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Statt Sonnenschutzcreme jetzt Desinfektionsmittel: Spaniens Unternehmen stellen sich um

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Statt Sonnenschutzcreme jetzt Desinfektionsmittel: Spaniens Unternehmen stellen sich um
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In einer Produktionshalle des spanischen Autoherstellers SEAT in Katalonien. Hier werden keine Autos mehr hergestellt. Der Motor des Scheibenwischers läuft jetzt in einem der begehrtesten Artikel in Corona-Zeiten: in Ventilatoren. Man wartete hier noch auf grünes Licht aus dem Gesundheitsministerium, dann könnte die Massenproduktion beginnen. "Alle Menschen die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, tun das, weil sie helfen wollen. Und wir helfen in der einzigen Art und Weise, die wir können: lebensrettende Dinge für die Serienproduktion entwickeln", sagt Produktionsmanager Nicolás Mora.

Die Ventilatoren sind für Intensivstationen gedacht, die zunehmend wichtiger werden im Kampf gegen die Krankheiten, die das Coronavirus verursacht. Man könnte auch sagen: die Ventilatoren werden Leben retten, aber auch der spanische Wirtschaft Luft verschaffen. "Der Umbau der Produktion von Autoteilen auf Ventilatoren war eine schwierige Aufgabe. Aber wir haben das in nur einer Woche geschafft", sagt Ingenieur Sergio Arreciado.

Weil es auf dem Weltmarkt immer schwieriger wird, dringend nötige Gesundheitsartikel zu kaufen, setzt Spanien auf eigene Ressourcen. Die Firma Hersill in Madrid ist bisher eine der wenigen Ventilator-Produzenten in Spanien. Jetzt soll die Herstellung ausgeweitet werden: von 10 Stück pro Woche auf 200 pro Tag.

Die Regierung hofft, dass diese Form der Notstandswirtschaft Arbeitsplätze rettet. Mehr als 900.000 Menschen haben bisher im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ihren Job verloren. In dieser Kosmetikfarik in Madrid werden jetzt statt Sonnenschutzcremes Desinfektionsmittel hergestellt.

"Die Zahl der Jobs ist recht klein und wir sind immer noch in der Pilotphase. Die Zeit wird zeigen, wieviele Jobs dadurch entstehen , vor allem auch, wieviele hochqualifizierte Jobs es sind", sagt die Ministerin für Industrie und Handel, Reyes Maroto.

Wie alle Länder so muss auch Spanien schnellstmöglich tausende Ventilatoren für die Krankehäuser beschaffen. Dabei befindet sich das Land in einem internationalen Wettlauf, in dem mit harten Bandagen gekämpft wird. Die Zahl der Toten durch die Krankheiten, die das Coronavirus auslöst, ist in Spanien auf über 10.000 gestiegen. Die spanischen Ventilatoren sollen in der Zukunft Leben retten.