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Opec beschließt historische Förderkürzung

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Opec beschließt historische Förderkürzung
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Ab dem 1. Mai wollen die wichtigsten Ölförderländer (OPEC) ihre Produktion um 9,7 Millionen Barrel pro Tag drosseln. Das entspricht knapp zehn Prozent der weltweiten Tagesproduktion.

Noch nie in ihrer Geschichte haben die Mitglieder der OPEC auf einen Schlag mehr Öl vom Markt genommen. Mit der beispiellosen Drosselung soll dem Preisverfall beim Rohöl aufgrund der Coronavirus-Krise entgegengewirkt werden.

Die Einigung war im Grundsatz bereits am Freitag erzielt worden, stand aber durch den Widerstand Mexikos bis zuletzt auf wackligen Füßen.

US-Präsident Donald Trump hatte sich persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet. Er schrieb danach auf Twitter, er habe sowohl mit Russlands Präsident Wladimir Putin als auch mit dem saudi-arabischen König Salman telefoniert. Der Deal werde auch Hunderttausende Jobs in der Energiebranche der USA sichern.

"Das ist schon etwas verlogen", sagt der Analyst Robin Mills. "Denn natürlich waren die USA das Land, das die Ölproduktion in den letzten drei bis vier Jahren am meisten erhöht hat, nicht Saudi-Arabien oder Russland. Nichtsdestotrotz haben die USA natürlich ein großes politisches Gewicht. Und ihr Druck brachte die Saudis meines Erachtens nach dazu, eine Vereinbarung zu treffen."

Ob die jetzt beschlossene zehnprozentige Drosselung ausreichen wird, damit die Förderländer mit ihren Produkten wieder Geld verdienen können, scheint fraglich. ExpertInnen rechnen mit deutlich höheren Rückgängen der Nachfrage weltweit.

Die Ölpreise bewegten sich am Montag nach einem wilden Auf und Ab zuletzt auf einem etwas höheren Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete mit 31,75 US-Dollar 27 Cent mehr am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI für Mai stieg um 31 Cent auf 23,01 Dollar.