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Coronavirus in der Türkei: Erdogan lässt Innenminister nicht gehen

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Coronavirus in der Türkei: Erdogan lässt Innenminister nicht gehen
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In der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan den Rücktritt seines Innenministers nicht akzeptiert. Süleyman Soylu werde "seine Aufgabe weiter ausführen", hieß es aus Ankara.

Innenminister Süleyman Soylu hatte am Sonntagabend seinen Rücktritt erklärt. Er übernahm damit nach eigegen Angaben die Verantwortung für die als schlecht vorbereitet und von Medien als "verunglückt" bezeichneten Einschränkungen.

Die 48-stündige Ausgangssperre für mehr als 30 Städte trat am Freitag nur zwei Stunden nach der Ankündigung des Innenministeriums in Kraft. Die Folge waren Panikkäufe und Menschenansammlungen in den 31 betroffenen Städten und Gemeinden.

Viele Bürger waren verwirrt, weil Einzelheiten der Ausgangssperre nicht kommuniziert worden waren.

Trotzdem zeigte sich das Innenministerium in einer ersten Bilanz zufrieden. Nur wenige Bürger hätten gegen die Maßnahmen verstoßen. Und das Ministerium bedankte sich bei der Bevölkerung.

Dennoch reichte Soylu seinen Rücktritt ein. Er erklärte, er habe das Amt des Innenministers mit Stolz ausgefüllt und werde dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan immer treu bleiben.

Soylu war kurz nach dem Putschversuch vom Juli 2016 zum Innenminister ernannt worden. In dieser Rolle war er verantwortlich für die anschließende Verhaftungswelle gegen mutmaßliche Putschisten. In Teilen der Bevölkerung ist Soylu populär - unter anderem wegen seines harten Kurses gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Nach Soylus Rücktrittserklärung hatten zahlreiche Nutzer in den sozialen Medien Erdogan dazu aufgefordert, das Gesuch abzulehnen.