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Rumänien: Orthodoxes Osterfest als Covid-19-Beschleuniger?

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Rumänien: Orthodoxes Osterfest als Covid-19-Beschleuniger?
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Die rumänisch-orthodoxe Kirche feiert am Sonntag das Osterfest. Um der Ausbreitung des Coronavirus im Land entgegenzuwirken, appellierte Präsident Klaus Johannis daran, während der Feierlichkeiten zu Hause zu bleiben.

Rumänien setzt in der Corona-Krise auf viel schärfere Maßnahmen, als seine Nachbarländer. Die Polizeipräsenz auf den Straßen ist hoch. Sogar das Militär wird eingesetzt, um die Lage zu kontrollieren.

Johannis sagte in einer Fernsehansprache, nur auf die Meinung von Fachleuten zu hören:

Ich bitte Sie, den Ratschlägen der Ärzte, des Gesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation Folge zu leisten: Bleiben Sie zu Hause. Denn sonst werden wir nach den Osterfeierlichkeiten viele Beerdigungen haben.
Klaus Johannis
Präsident Rumänien

Am 26. Februar wurde in Rumänien der erste Covid-19-Fall bestätigt, die Patientin war vier Tage später wieder gesund.

Suceava: Krankenhaus am Limit

Bisher starben 400 Menschen an der Lungenkrankheit. Dieses Krankenhaus in Suceava ist besonders von der Pandemie betroffen. Über 300 Ärzte und Pfleger haben sich mit der Krankheit angesteckt. Ärzte des Militärs wurden um Hilfe gebeten.

Der Chef des Krankenhauses Suceava, Dr. Daniel Derioiu, sagt:

Das Krankenhaus wurde durch das Virus schlichtweg dezimiert, das medizinische Personal stand kurz vor dem Zusammenbruch. Nur 20% waren noch in der Lage zu arbeiten. Sie können sich vorstellen, dass der Mangel an Personal im Krankenhaus teils so hoch war, dass man die Patienten kaum noch medizinisch versorgen konnte.
Dr. Daniel Derioiu
Krankenhaus-Chef Suceava

Lage in Rumänien nicht dramatisch

In Osteuropa ist die Situation derzeit nicht so gravierend wie in vielen anderen Ländern West- und Mitteleuropas. In Rumänien zum Beispiel erlebt man keinen schnellen Anstieg an Covid-19-Fällen- und Toten, wie es in Spanien oder Italien der Fall ist. Man versucht hier streng dem Rat der medizinischen Experten zu folgen.

Dr. Raed Arafat wurde für seine Arbeit zur Eindämmung des Virus gelobt - er ist überzeugt, dass die europäische Zusammenarbeit und das gemeinsame Know-how entscheidend sind, um die Pandemie zu bekämpfen:

Viren kennen keine Grenzen. Uns ist bewusst, dass wir alle in der gleichen Situation sind. Der Ausbruch des Erregers ist in vielen Ländern unterschiedlich. Doch das Risiko ist überall gleich. Trotzdem arbeiten wir alle zusammen.
Dr. Raed Arafat
Hilfsorganisation RescEU

Sorge vor Oster-Reisen

Die Einreise nach Rumänien ist sehr schwierig geworden. Viele Flüge wurden gestrichen. Reisen von oder in stark vom Coronavirus betroffene Gebiete sind nicht mehr möglich.

Am Wochenende steht das orthodoxe Osterfest vor der Tür, das die Mehrheit der Bevölkerung feiert. Die Behörden sehen den kommenden Tagen mit großer Sorge entgegen. Denn es wird erwartet, dass sich Zehntausende auf den Weg nach Hause oder den Urlaub machen werden.