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Frankreichs Regierungschef Philippe: Der Weg aus dem Lockdown in zwei Geschwindigkeiten

Frankreichs Regierungschef Edouard Philippe stellt die Pläne der Regierung vor. May 7, 2020 (Photo: CHRISTOPHE ARCHAMBAULT / POOL / AFP)
Frankreichs Regierungschef Edouard Philippe stellt die Pläne der Regierung vor. May 7, 2020 (Photo: CHRISTOPHE ARCHAMBAULT / POOL / AFP)   -   Copyright  CHRISTOPHE ARCHAMBAULT/AFP or Licensors
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Die französische Regierung hat ihren Plan für den Weg aus dem Lockdown ab dem 11. Mai vorgestellt. Das Land soll sich über mehrere Wochen progressiv öffnen, aber in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Dazu gehört die Einteilung des Landes in rote und grüne Zonen.

Ein Land, zwei Geschwindigkeiten

In den grünen Zonen können Parks und Gärten ab dem 18. Mai wieder öffnen; der Unterricht für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe (Sek. I) beginnt.

Bleiben die Zonen drei Wochen lang grün, können dort Anfang Juni Schulen für Oberstufenschüler (Lycées), Cafés und Restaurants öffnen.

In den roten Zonen ist das vorerst nicht der Fall.

Bei der Einteilung in rote oder grüne Zonen werden die Zahl der Covid-19-PatientInnen in den Krankenhäusern - besonders auf den Intensivstationen - und die Zahl der vor Ort möglichen Tests berücksichtigt. Zur Zeit werden noch mehr als 23.000 Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, in französischen Krankenhäusern behandelt. Mehr als 26.000 PatientInnen sind in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Frankreich verstorben. Besonders in Alten- und Pflegeheimen gab es viele Todesfälle.

Wegen der vielen Fälle von Covid-19 bleibt der Großraum Paris Risikogebiet und deshalb rote Zone.

Für ältere und kranke Menschen sollen zwar keine strengere Regeln gelten. Allerdings werden sie aufgerufen, kein unnötiges Risiko einzugehen.

Öffentliche Verkehrsmittel und Mobilität

Mindestens 50 Prozent der Transportmittel sollen bis Anfang Juni im Einsatz sein.

Für die öffentlichen Verkehrsmittel gelten in den nächsten drei Wochen sehr strenge Sicherheitsbestimmungen. Menschen müssen Abstand halten und eine Maske (verpflichtend ab 11 Jahren) tragen. Wird man ohne erwischt, drohen 130 Euro Strafe.

Jeder darf sich in einem Umkreis von 100 Kilometern bewegen, es sei denn, es muss aus beruflichen Gründen weiter gereist werden.

Zu Stoßzeiten dürfen nur Menschen mit einer Bescheinigung ihres Arbeitsgebers unterwegs sein. Es wird empfohlen, auf das Rad umzusteigen.

Schulen

Schülerinnen und Schüler sollen wieder unterrichtet werden, um Schulabbrüchen vorzubeugen.

Am Montag (11.5.) kommen zuerst die Lehrer zusammen. Grundschüler in grünen Zonen sind prioritär. Die Eltern sollen in dieser Woche von den Schulen genauer benachrichtigt werden. Nur 15 Kinder pro Klassenzimmer sind erlaubt. Auch der Fernunterricht soll fortgesetzt werden. Die große Mehrheit der Grundschulen in Frankreich will ab der kommenden Woche öffnen.

Kultur, Reisen und Sport

Museen und Bibliotheken können progressiv öffnen. Kinos bleiben vorerst geschlossen. Bis September dürfen keine Großveranstaltungen von 5.000 Menschen stattfinden. Sport darf nur allein und unter freiem Himmel stattfinden.

Die Grenzen bleiben bis mindestens Mitte Juni geschlossen.

Geschäfte

400.000 Betriebe werden ab der kommenden Woche wieder öffnen: wie Frisöre, Blumenläden und Buchläden. Bis Ende Mai können diese Geschäfte von finanziellen Vergünstigungen profitieren. Es müssen Masken getragen werden.

Massenhaft testen

Wenn man Symptome hat (Fieber, Husten, Atembeschwerden), muss man den Arzt kontaktieren.

Bisher hat Frankreich - im Vergleich zu Deutschland - nur wenige Coronavirus-Tests durchgeführt.

Ab der kommenden Woche sollten alle Patienten, die Coronavirus-Symptome aufweisen, massiv getestet werden können. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Ist der Test positiv, dann muss ermittelt werden, wer weiter infiziert sein könnte. Die Bertroffenen müssen dann für acht bis zehn Tage in Quarantäne.