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Prag: Politiker haben Angst vor Vergiftung

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Prag: Politiker haben Angst vor Vergiftung
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Der Streit zwischen Russland und Tschechien um den Abbau eines sowjetischen Weltkriegsdenkmals in Prag verschärft sich.

Der Oberbürgermeister der Stadt Zdenek Hrib, der verantwortliche Bezirksvorsteher Ondrej Kolar sowie Bezirksbürgermeister Pavel Novotny mussten sich unter Polizeischutz begeben. Medienberichten zufolge planten russische Geheimdienste die Politiker zu vergiften.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellte sich hnter den tschchischen Bündnispartner:

Die Nato gründet auf den Grundwerten, wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit.
Jede Anwendung von Gewalt, jeder Versuch, gewählte Vertreter mit Druck und Drohungen einzuschüchtern, ist ein Versuch, die Demokratie zu untergraben.
Jens Stoltenberg
NATO-Generalsekretär

Moskau leitet Untersuchung ein

Anfang April war in Prag eine monumentale Statue des sowjetischen Weltkriegsmarschalls Iwan Stepanowitsch Konew entfernt worden, was zu heftigen Protesten in Russland führte.

Staatliche Organe in Moskau leiteten Ermittlungen wegen "Schändung von Symbolen militärischen Ruhms Russlands" ein.

Die Skulptur wurde im Jahr 1980 errichtet. Viele Prager sahen in dem umstrittenen Denkmal für den Sowjetgeneral Konew ein Symbol für die Zeit der kommunistischen Unterdrückung vor der demokratischen Wende von 1989.

Konew (1897-1973) gilt als Befreier der damaligen Tschechoslowakei von der Nazi-Besetzung, war aber auch an der blutigen Unterdrückung des Ungarischen Volksaufstands von 1956 beteiligt.