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Wegen Corona-Lockdown: Zoo dachte über Notschlachtungen nach

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Wegen Corona-Lockdown: Zoo dachte über Notschlachtungen nach
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Der London Zoo ist einer der größten Touristenmagneten Großbritanniens. Das Frühjahr ist Jungtierzeit und besonders wichtig, normalerweise ist es dann brechend voll. Doch dieses Jahr gab es drei Monate Corona-Pause.

Pro Tag eine Million Euro fürs Futter

Heißt: Keine Einnahmen, aber Ausgaben wie immer – eine Million Euro pro Monat fürs Futter. Als letzter Ausweg waren sogar Notschlachtungen im Gespräch.

Dan Simmonds vom London Zoo erklärt: "Wir mussten uns auch dieses schlimmste Szenario ausmalen. Hätte der Lockdown noch weitere sechs Monate gedauert wären unsere Finanzen komplett in den Keller gegangen. Glücklicherweise ist es nicht so weit gekommen, aber wenn es noch länger so weitergegangen wäre, dann hätten sich wohl alle Zoos sehr schwierige Fragen stellen müssen."

Langsam erwacht der Tierpark wieder zum Leben – unter strengen Auflagen. Füttern oder Streicheln ist verboten, die Menschen müssen sich an den vorgeschriebenen Rundgang halten.

Spaß haben die Besucher trotzdem. Eine Frau sagt: "Ich verstehe voll und ganz, dass Teile des Zoos noch geschlossen bleiben müssen. Mein zweieinhalbjähriger Sohn liebt es, die Gorillas, Tiger und all die anderen Tiere in den Außengehehen zu sehen, er war also trotz der Einschränkungen superglücklich.“

Streicheln verboten

Die Mitarbeiter hoffen, dass klassische Attraktionen unter freiem Himmel die Menschen trotz allem in den Londoner Zoo locken werden. Aber was ist mit den kleineren Tierparks, die auf interaktive Erlebnisse setzen?

Das „Cedars Nature Centre“ in Hertfordshire ist einer der kleinsten Zoos Großbritanniens – und Heimat des einzigen Zorillas des Landes, eine Marderart aus Afrika. Auch hier gelten Regeln – zum Infektionsschutz von Mensch und Tier.

"Man darf auch die kleineren Tiere nicht mehr berühren. Die Besucher dürfen sich bis auf zwei Meter nähern, sie können also trotzdem schöne Fotos machen. Aber klar, für uns und alle anderen Zoos wird sich alles verändern", sagt Co-Direktor Nick Spellman.

Angst vor zweiter Welle

Der Zoo stand vor dem Ruin und sah sich schon gezwungen, die Tore für immer zu schließen. Durch einen Spendenappell konnte er doch noch gerettet werden. Die Zukunft bleibt aber ungewiss. Einen zweiten Lockdown, ist man sich hier sicher, würden der Zoo – oder einige Tiere – nicht überleben.