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Umstrittene Denkmäler: Der Berliner Weg

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Kopf von Lenin-Statue
Kopf von Lenin-Statue   -   Copyright  Gregor Fischer/AP
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Die Diskussion um den Umgang mit Denkmälern ist vor allem in den USA und Großbritannien enbrannt, sie macht aber auch vor Deutschland nicht halt.

Das Museum in der Zitadelle Spandau demonstriert mit seiner Dauerausstellung "Enthüllt: Berlin und seine Denkmäler" einen individuellen Weg. Hier werden umstrittene Werke ausgestellt.

"Aber", sagt Museumsdirektorin Urte Evert, "in einem anderen Rahmen. Und ich denke, dass da Deutschland dann mit bestimmten Denkmälern schon einen Schritt vorangegangen ist, weil es sich eben früher mit bestimmten Geschichtsepochen wie dem Nationalsozialismus oder auch der DDR-Diktatur auseinandersetzen musste. Aber mit dem Kolonialismus zum Beispiel, womit sich die USA, Großbritannien, aber auch Frankreich schon länger auseinandersetzen, da sind wir noch nicht soweit."

Monumentale Werke wie die nationalsozialistisch geprägte Zehnkämpfer-Statue von Arno Breker und der Kopf des 1970 am heutigen Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain enthüllten Lenin-Denkmals sind nur zwei hervorstechende Ausstellungsstücke. Im Gegensatz zu vielen anderen Museen ist hier sogar Anfassen erlaubt.

Nachts den Kopf entfernt

Berlin kann aber auch handfester: In der Nacht zum vergangenen Mittwoch wurde in Zehlendorf der Statue "Hockende Negerin" von Arminius Hasemann der Kopf abgetrennt. Hinzu kamen Farbschmierereien. Der Kopf lag zunächst neben der Statue, wurde dann aber von Unbekannten "entführt".

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf stellte Strafanzeige. Ob die Tat in Zusammenhang mit der aktuellen Anti-Rassismus-Diskussion und den Black-Lives-Matter-Protesten steht, ist unklar.