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Tönnies-Ausbruch: Lockdown in Gütersloh und Warendorf

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Tönnies-Arbeiter und Angehörige werden in ihren Unterkünften getestet
Tönnies-Arbeiter und Angehörige werden in ihren Unterkünften getestet   -   Copyright  Martin Meissner/ Associated Press
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Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung für den Landkreis Gütersloh und den Nachbarkreis Warendorf wieder strenge Kontaktsperren eingeführt. Die BewohnerInnen dürfen sich die Menschen wieder nur mit einer Person außerhalb ihres Haushalts treffen, Kinos, Museen und Sporteinrichtungen werden wieder geschlossen. In Warendorf schließen zudem ab Donnerstag alle Kitas und Schulen. In Gütersloh sind sie bereits zu.

Die Regeln gelten zunächst für eine Woche. Es handele sich um Vorsichtsmaßnahmen, wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte: "Der Zweck ist, die Situation zu beruhigen, die Testungen jetzt auszuweiten, um festzustellen, ob auch über die Mitarbeiter von Tönnies hinaus in der Bevölkerung der Virus bereits verbreitet ist oder nicht."

Laschet kündigt repräsentativen Massentest an

Um zu erfahren, ob der Ausbruch auch die allgemeine Bevölkerung betrifft, solle es einen repräsentativen Massentest geben, so Laschet. Im Kreis Gütersloh könne sich jeder kostenlos testen lassen. Bisher seien bei Menschen, die nicht für Tönnies arbeiten, nur 24 Infektionen bekannt.

Auch andere Bundesländer ziehen Konsequenzen: Bayern will keine Menschen aus Gütersloh und anderen schwer betroffenen Landkreisen mehr einreisen lassen. Auf der Ostseeinsel Usedom wurde ein Ehepaar aus Gütersloh abgewiesen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte davor, ungetestete Menschen aus dem Raum Gütersloh reisen zu lassen:

Polizisten kontrollieren Tönnies-Arbeiter

Rund 7000 Tönnies-ArbeiterInnen stehen unter Quarantäne. Bei 1550 wurde eine Infektion nachgewiesen.

Die Einhaltung der Quarantäne-Maßnahmen gestaltet sich aber schwierig. Die nordrhein-westfälische Landesregierung habe drei Einsatzhundertschaften der Polizei in den Kreis Gütersloh geschickt, sagte Laschet. Die PolizistInnen sollten die Quarantäne der Mitarbeiter von Tönnies kontrollieren. Zur Not müssten die Behörden auch mit Zwang die Anordnungen durchsetzen. Es werde auch zusätzliche humanitäre Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geben. Dolmetscher für Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch seien auch dabei.

Für die größte deutsche Fleischfabrik von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück war zudem ein vorübergehender Produktionsstopp verhängt worden. Auch im Kreis Warendorf werde es Einschränkungen geben.