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Wegen Corona bei Tönnies: Österreich verhängt Teil-Reisewarnung für NRW

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Großschlachthof in  Rheda-Wiedenbrueck
Großschlachthof in Rheda-Wiedenbrueck   -   Copyright  David Inderlied/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Österreich verhängt teilweise Reisewarnung für NRW

Wegen des Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies hat Österreich eine teilweise Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen verhängt. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte, man sehe an Deutschland und NRW, "wie schnell es zu einer weiteren dramatischen Situation kommen kann".

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies meldet nun auch ein Schlachthof in Niedersachsen infizierte Mitarbeiter.

Der Betrieb in Wildeshausen gehört der PHW-Gruppe, die besonders durch ihre Marke Wiesenhof bekannt ist. Jetzt sollen dort alle 1.100 Mitarbeiter getestet werden.

Tönnies will Werksverträge teils abschaffen - vor beschlossenem Verbot

Unterdessen hat Tönnies, der größte deutsche Schlachtbetrieb, angekündigt, die umstrittenen Werkverträge in bestimmten Bereichen bis Ende 2020 abzuschaffen. Heißt: die Mitarbeiter sollen dann direkt bei Tönnies angestellt werden.

Außerdem solle für die Arbeiter eine digitale Zeiterfassung an allen deutschen Standorten eingeführt werden.

Tönnies reagierte damit auf die Kritik an dem System, mit Werkverträgen die Lohnkosten zu drücken.

Das Bundeskabinett hatte als Konsequenz aus früheren Corona-Ausbrüchen in der Branche Ende Mai beschlossen, Werkverträge weitgehend zu verbieten - also dass die Ausführung von Arbeiten bei Subunternehmern eingekauft wird. Das Schlachten und Verarbeiten von Fleisch soll ab 1. Januar 2021 nur noch mit Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein.

Ende Mai hatte Clemens Tönnies noch vor der Abschaffung von Werkverträgen gewarnt. "Ein generelles Verbot von Werkverträgen in der Fleischwirtschaft hätte massive, strukturell-negative Veränderungen für die Agrarwirtschaft zur Folge", sagte Tönnies laut der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Rumänien fordert bessere Arbeitsbedingungen

Die Corona-Fälle bei Tönnies hatten zuletzt die prekären Arbeitsbedingungen an der Schlachtstraße wieder ins Rampenlicht befördert.

Aus Rumänien kam jetzt die Forderung nach mehr Schutz für rumänische Staatsbürger, die in deutschen Schlachthöfen arbeiten.

Immerhin sind laut der rumänischen Botschaft in Berlin rund die Hälfte der Tönnies-Schlachter Rumänen. Auch aus anderen osteuropäischen Ländern kommen viele der Arbeiter.

Urlauber aus Risikogebieten nicht mehr überall willkommen

Der Corona-Ausbruch und die neuen Lockdowns in Nordrheinwestfalen haben nun auch Folgen für Urlauber.

Die sind nämlich, sofern sie aus den Hotspots wie den Landkreisen Gütersloh und Warendorf in NRW anreisen, nicht mehr überall willkommen.

In Usedom wurden 14 Personen aus Corona-Regionen aufgefordert, vorzeitig abzureisen.

In Bayern dürfen Hotels und andere Unterkünfte keine Menschen aus einem Kreis mit hoher Neuansteckungsrate mehr aufnehmen.

Und wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Schleswig-Holstein einreist, muss nach der Ankunft erst einmal für 14 Tage in Qarantäne.

Heute wollen die Gesundheitsminister der Bundesländer über ein gemeinsames Vorgehen beraten.