Eilmeldung
This content is not available in your region

Srebrenica - 25 Jahre "Europas schlimmstes Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg"

euronews_icons_loading
Srebrenica - 25 Jahre "Europas schlimmstes Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg"
Copyright  Michel Euler/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Schriftgrösse Aa Aa

Bosnisch-serbische Truppen überrannten im Juli 1995 die bosnische Stadt Srebrenica - mit brutalen Folgen.

Vor einem Vierteljahrhundert kamen dort innerhalb von zehn Tagen mehr als 8.000 bosniakisch-**muslimische Männer und Jungen ums Leben - bei einem als "Europas schlimmstes Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg**" bezeichneten Gemetzel.

Srebrenica war von den Vereinten Nationen als "sichere Zone" gedacht - für Zivilisten auf der Flucht vor Kämpfen zwischen der bosnischen Regierung und separatistischen serbischen Streitkräften während des Zerfalls Jugoslawiens.

Das hinderte die Streitkräfte des Militärkommandanten Ratko Mladić jedoch nicht daran, die Stadt anzugreifen, die sie jahrelang belagert hatten.

HILFLOSE BLAUHELME

Als sie vorrückten, rannte der größte Teil der muslimischen Bevölkerung der Stadt zur Basis Potočari der UN-Blauhelme am Ortseingang von Srebrenica - in der Hoffnung, dass die Friedenstruppen aus den Niederlanden sie beschützen würden. Die forderten Luftunterstützung der NATO an. Sie kam nicht - abgesehen von der symbolischen Bombardierung eines einzigen Panzers der Eroberer. Am Abend des 11. Juli 1995 befanden sich in Potočari ca. 20.000 bis 25.000 bosniakische Flüchtlinge.

Die zahlenmäßig und waffentechnisch unterlegenen UN-Soldaten sahen hilflos zu, wie Männer und Jungen zur Hinrichtung selektiert und Frauen und Mädchen in das von der bosnischen Regierung gehaltene Gebiet geschickt wurden.

Die Leichen der Opfer wurden in hastig angelegten Massengräbern verscharrt - die später planiert und auf andere Grabstätten verteilt wurden, um Beweise für das Verbrechen zu vernichten.

Immer noch werden Leichenteile gefunden - durch DNA-Analyse identifiziert und an überlebende Verwandte übergegeben.

Ein UN-Kriegsverbrechergericht verurteilte später Ratko Mladić und den bosnisch-serbischen Kriegsführer Radovan Karadzic zu lebenslanger Haft wegen Völkermordes...

... ein Begriff, den serbische und bosnisch-serbische Führungskräfte ablehnen.

Mladić - der als "Schlächter von Bosnien" ("Butcher of Bosnia”) bekannt wurde - hat gegen sein Urteil Berufung eingelegt.

Bisher wurden die Überreste von 6.600 Opfern gefunden und beerdigt ... mehr als 1.000 Menschen aus der Gegend gelten seit dem Bosnienkrieg immer noch als vermisst.

su mit dpa