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Heimgeschwommen nach Nordkorea: Kam so das Coronavirus ins Land?

Insel Ganhwa (Archiv)
Insel Ganhwa (Archiv)   -   Copyright  Lee Jin-man/AP
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Erst am vergangenen Wochenende hatte Nordkorea den ersten Coronavirus-Verdachtsfalll im Land eingeräumt. Die Grenzstadt Kaesong mit 300.000 Einwohnern wurde abgeriegelt, der Notstand über die Region verhängt.

Ein "Ausreißer" habe Krankheitssymptome aufgewiesen. Der24 Jahre alte Mann, der am 19. Juli illegal von Süd- nach Nordkorea gekommen sei, war offenbar 2017 aus dem abgeschotteten Norden nach Sûdkorea geflohen - und jetzt von der Insel Ganghwa aus zu¨rückgeschwommen. Davon gehen südkoreanische Militärs aus.

Die südkoreanische Seuchenkontrollbehörde teilte mit, der mutmaßlich zurückgekehrte Nordkoreaner sei in Südkorea weder als Corona-Infektionsfall noch als Kontaktperson eines Infizierten registriert. Dass er Symptome aufweise, könne nicht bestätigt werden.

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap versteckte sich der Rückkehrer in einem Kanalisationsrohr. Yonhap zitiert die südkoreanische Polizei, wonach gegen den Mann zuletzt wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt wurde. Es habe Hinweise gegeben, dass er Südkorea wieder verlassen wollte.

Vor der Corona-Pandemie sind jedes Jahr zahlreiche Menschen wegen Hunger oder Unterdrückung aus Nordkorea geflohen - die meisten nach China. Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums kehrten in den vergangenen fünf Jahren elf nordkoreanische Flüchtlinge wieder in ihre frühere Heimat zurück.

Naohiko Hatta/AP
Die abgeriegelte Stadt KaesongNaohiko Hatta/AP

Als Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Mai mehrere Wochen lang nicht gesehen wurde, hatte es heftige Spekulationen über eine eventuelle Infektion mit dem Coronavirus gegeben. Jetzt wurde Kim Jon-un wieder bei mehreren Auftritten fotografiert. So leitete er Staatsmedien zufolge am Samstag eine Sitzung des Politbüros in Pjôngjang.

朝鮮通信社/KCNA via KNS
Kim Jong-un am 25. Juli 2020朝鮮通信社/KCNA via KNS