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Truppenabzug: Den Deutschen wird was fehlen

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Bürgerin von Vilseck
Bürgerin von Vilseck   -   Copyright  ZDF via EBU
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Schüsse aus dem Wald, das Motorengeräusch von Panzern, für viele Deutsche nichts Ungewöhnliches. US-Truppen sind seit mehr als einem halben Jahrhundert in Deutschland stationiert, sie trainieren, arbeiten und leben hier. Der angekündigte Abzug der US-Truppen wird diese Orte verändern. Auch das beschauliche Vilseck bei Grafenwöhr in Bayern. Viereinhalbtausend amerikanische Soldaten sind in der Gegend stationiert.

Alle würden bleiben wollen, sagt ein ehemaliger US-Soldat. Es sei ein herrlicher Ort zum arbeiten.

Tatsächlich stehen viele Bürger in den Truppenstandorten den Amerikanern großteils positiv gegenüber. "Die Soldaten fühlen sich hier zuhause", sagt Bürgermeister Martin Schertl, man sehe die Soldaten und deren Familien als Mitbürger. "Das wäre das Schlechteste, was passieren würde, wenn sie wirklich abziehen müssten."

Nicht Krieg oder Politik bestimmen die Diskussion. Man lebt einfach zusammen im selben Ort. Und man treibt Handel. Auch das fällt vielleicht bald weg.

"40 bis 50 Prozent sind amerikanische Kunden, sie lassen viel Geld hier", erzählt Barbara Straub, die in einem Bekleidungsgeschäft arbeitet. Andere Städte haben den Abzug der US-Truppen schon früher zu spüren bekommen. Sie mussten mit Leerständen und Einbußen umgehen, konnten aber auch die Chance nutzen, die großen Armeestandorte in neue Stadtteile zu konvertieren.

In Grafenwöhr war sogar mal Elvis Presley war als Soldat zu einer Übung. Es muss aber nicht gleich so spektakulär sein, manche werden sich in Zukunft auch einfach an die gemeinsamen Fußballspiele oder die deutsch-amerikanischen Volksfeste erinnern. Die schönen Erinnerungen werden bleiben, auch, wenn die US-Truppen weg sind.