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DFL beschließt Maßnahmenpaket - jetzt ist die Politik am Ball

Statt Spielern Blumentöpfe im Nürnberger Max Morlock-Stadion
Statt Spielern Blumentöpfe im Nürnberger Max Morlock-Stadion   -   Copyright  Nicolas Armer/(c) Copyright 2020
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Keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol: Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga haben sich auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt, um zumindest die Rückkehr einiger Zuschauer in die Stadien zu ermöglichen.

Einheitliches Vorgehen

Das DFL-Konzept sieht vor, dass Gästefans bis Jahresende nicht zu den Spielen reisen dürfen. So soll die Reiseaktivität der Fans verringert werden - sowie eine mögliche Verbreitung des Virus.

Priorität in Deutschland haben nicht volle Stadien, sondern die gesundheitliche Situation. Aktuell spielt Corona eben noch mit und eine sehr bedeutende Rolle.
Christian Seifert
DFL-Geschäftsführer

Außerdem soll es vorerst keine Stehplätze geben. In den Kurven und auf den Tribünen stehen die Fans normalerweise dicht gedrängt, Sicherheitsabstände könnten nur schwer eingehalten werden.

Auch Alkohol soll bis Ende Oktober nicht ausgeschenkt werden.

Weiterer zentraler Punkt ist die Einführung personalisierter Online-Tickets, mit denen während der Corona-Pandemie die Nachverfolgung von Infektionsketten ermöglicht werden soll.

Es gehe ausschließlich darum, "dem Infektionsgeschehen Rechnung zu tragen, das man keinesfalls unterschätzen darf", sagte Seifert, um Kritik von Datenschützern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Der Profifußball kann wie alle anderen Bereiche nur in Etappen zurückkommen in einen Normalbetrieb. Es wird nicht diesen einen initialen Moment geben, dass die Politik den Startschuss gibt für volle Stadien ab dem nächsten Spieltag.
Christian Seifert
DFL-Geschäftsführer

Ansätze wie "Alle oder keiner" seien deshalb zwar "nachvollziehbar", sagte Seifert, aber "einfach nicht zielführend". Der Fußball müsse "in kleinen Schritten die Normalität für uns zurückerobern, das geht nicht von 0 auf 100".

Ab wann dürfen Zuschauer in die Stadien?

Nun ist die Politik am Ball. Ob tatsächlich bald wieder vor Publikum im Stadion gespielt werden kann - womöglich schon zum geplanten Bundesliga-Start am 18. September- , wollen die Gesundheitsminister der Länder auf einer Konferenz am kommenden Montag besprechen.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hält Bundesligaspiele mit 25.000 Zuschauern "für sehr schwer vorstellbar".

Kritik von Fußballfans

Das Fan-Bündnis "Unsere Kurve" hatte die Pläne der DFL schon im Vorfeld kritisiert.

Bei aller Sehnsucht, die ich selber als regelmäßiger Stadiongänger habe, wir leben in einer Pandemie. Und die Vernunft sollte immer den Gesundheitsschutz nach vorne stellen. Wenn die Fallzahlen steigen und sich daraus ergibt, dass das Fußballspiel nicht zu besuchen ist, dann habe ich das zu akzeptieren.
Jost Peter
Vorstandsmitglied "Unsere Kurve" im Interview mit dem rbb

Im Falle einer Zulassung von Zuschauern brauche es klare Regeln, wenn es Tickets zunächst nur in personalisierter Online-Form geben sollte, forderte Peter. So sollten die "abgegebenen Daten (nur) zum Gesundheitsschutz genutzt werden und nicht für andere Zwecke", wie etwa einer Überwachung der Fans. Diese Verpflichtung müsse von den Vereinen offen ausgesprochen werden, sagte Peter.

Leere Ränge - Fußball im Netz

Für Fußballfans führt ab dem kommenden Jahr kein Weg mehr an DAZN vorbei. Der kostenpflichtige Internetanbieter hat sich das mit Abstand größte Rechtepaket für die Champions League von der Saison 2021/22 an gesichert.

Dazu gehören für drei Spielzeiten 121 von 137 Live-Spielen der Königsklasse sowie der Supercup, die Konferenzen und die Highlight-Berichterstattung. Da auch Amazon 16 Partien für sein Streamingangebot Prime gekauft hat, laufen - bis auf das Endspiel - die Champions-League-Partien nur im Internet.