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Heikle Mission: Heiko Maas will im griechisch-türkischen Gas-Streit vermitteln

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Heikle Mission: Heiko Maas will im griechisch-türkischen Gas-Streit vermitteln
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Maas reist nach Ankara

An diesem Dienstag geht es für den deutschen Außenminister Heiko Maas in die Türkei. Die Mission hat es in sich: In Ankara will er versuchen, im Erdgasstreit zwischen den NATO-Partnern Türkei und Griechenland zu vermitteln.

Das griechische Parlament beginnt schon an diesem Montag mit der Debatte über die beiden Abkommen zu Seegrenzen, die zwischen Griechenland, Italien und Ägypten geschlossen wurden.

Die Türkei hat bei den Vereinten Nationen gegen das griechisch-ägyptische Abkommen Beschwerde eingelegt. Der Deal sei ungültig, so Ankara.

Gegenseitige Vorwürfe

Griechenland wirft der Türkei vor, illegal vor griechischen Inseln Erdgasvorkommen zu erkunden. Die Gebietsansprüche beider Länder überschneiden sich an verschiedenen Stellen.

Ankara weist die Vorwürfe aus Athen zurück und sagt, die Gewässer gehörten zum türkischen Festlandsockel.

Die EU hat sich in dem Streit bereits hinter Griechenland und Zypern gestellt. EU-Kommissar Margaritis Schinas sagte zuletzt, die Türkei ignoriere im östlichen Mittelmeer das Völkerrecht. Er warf der Türkei Provokation vor, nicht zuletzt angesichts der jüngsten türkischen Militärmanöver in der Ägäis.

Merkel setzt auf Gespräche, Macron auch auf Militär

Deutschland versucht zu vermitteln. Attacken auf die Souveränität von EU-Mitgliedsländern akzeptiere man nicht, so Kanzlerin Merkel am Freitag. Das Problem müsse in Gesprächen gelöst werden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt nicht nur auf Gespräche: Er ließ zuletzt die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer verstärken. So sollen türkische Kriegsschiffe abgehalten werden, in griechische Gewässer einzudringen.

"Macron gießt Öl ins Feuer"

Diese Entscheidung gieße allerdings nur Feuer ins Öl, so der ehemalige Admiral Cem Gürdeniz, der die sogenannte Doktorin "Blaue Heimat" (Mavi Vatan) aufgestellt hat, in der es unter anderem um türkische Gebietsansprüche im Mittelmeer geht und auf der das aktuelle Vorgehen der Türkei in der Region fußt.

Weitere Quellen • Griechische Redaktion, Athen, Kathimerini