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Fall Nawalny: Westen erhöht Druck auf Moskau und verlangt Aufklärung

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Deutsche Kanzlerin Angela Merkel
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Vergiftung steht für deutsche Regierung "zweifelsfrei" fest

Im Fall um den womöglich vergifteten Kremlkritiker Alexej Nawalny steigt der Druck auf Russland. Mehrere westliche Staaten und Organisationen fordern Aufklärung von Moskau.

Die deutsche Regierung sieht es als "zweifelsfrei" erwiesen an, dass Nawalny mit Nowitschok vergiftet wurde. Das hatte eine Analyse in einem Spezial-Labor der Bundeswehr ergeben. Das Gift kam bereits beim Ex-Spion Skripal in England zum Einsatz.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem versuchten Giftmord. Die Regierung bestellte den russischen Botschafter ein.

Westliche Stellen beraten Vorgehen gegenüber Russland

Deutschland will nun gemeinsam mit EU und NATO über das weitere Vorgehen gegenüber Russland beraten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem "abescheulichen und feigen Akt". Und der Außenbeauftragte der EU, Josep Borell, verlangte eine umfassende und transparente Untersuchung von den russischen Behörden.

Nawalnys Unterstützer sind sich sicher: hinter der Vergiftung steckt letztlich Wladimir Putin, sagen sie. Der Oppositionspolitiker Wladimir Kara-Mursa, der 2015 womöglich selbst vergiftet worden war, sagte:

"In dem Moment, in dem ich erfuhr, was Alexej Nawalny passiert ist, hatte ich absolut keine Zweifel, dass dies eine vorsätzliche, politisch motivierte Attacke auf jemanden war, der heute der prominenteste und offen gesagt der gefährlichste politische Gegner des Putin-Regimes ist."

Moskau weist Vorwürfe zurück: "Keine Beweise"

Der Kreml weist die Vorwürfe zurück. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, es gebe keinerlei Beweise für die Anschuldigungen in Richtung Russland.

"Bis heute hat die russische Seite nicht einen einzigen Beleg in dieser Sache erhalten, weder auf die Anforderung der Ermittler, die vergangene Woche ausgesandt wurde, noch auf Anfrage der russischen Ärzte. Auch die deutsche Regierung hat nichts dazu vorgelegt. Null. Nichts."

Ähnlich äußerte sich auch die russische Botschaft in Berlin. Sie warnte die deutsche Regierung außerdem davor, den Fall zu "politisieren", wie es hieß. Statt dessen müssten jetzt schnellstmöglich glaubwürdige Fakten geliefert werden.