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Urteile im Fall Kuciak: Tränen der Enttäuschung bei den Angehörigen

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Kuciaks Kreuz
Kuciaks Kreuz   -   Copyright  VLADIMIR SIMICEK/AFP
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In der Slowakei sind im Mordfall Kuciak die Gerichtsurteile verkündet worden. Die Richtersprüche sorgten bei manchen Angehörigen des getöteten Paares für Tränen.

Ein Geschäftsmann wurde vom Vorwurf, die Tat in Auftrag gegeben zu haben, ebenso freigesprochen wie eine weitere Angeklagte, die in Verdacht stand, ebenfalls Drahtzieherin gewesen zu sein. Der Mann wurde wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro verurteilt. Ein Komplize des geständigen Todesschützen muss für 25 Jahre ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft hatte für alle drei Angeklagten 25 Jahre Haft, die Verteidigung Freisprüche gefordert.

Staatspräsidentin Čaputová schockiert

Im April wurde ein ehemaliger Soldat zu 23 Jahren Haft verurteilt. Er hatte gestanden, das Paar erschossen zu haben. Ein weiterer Angeklagter, der an der Planung des Mordes beteiligt war, wurde im Dezember mit einer Haftstrafe von 15 Jahren belegt.

Die slowakische Staatspräsidentin Zuzana Čaputová sagte, sie sei über das Urteil schockiert. Sie gehe davon aus, dass es angefochten und sich der Oberste Gerichtshof des Landes mit dem Fall beschäftigen werde.

Jan Kuciak berichtete als Journalist unter anderem über Fälle von Vetternwirtschaft und Steuerbetrug in der Politik. Er und seine Lebensgefährtin wurden im Februar 2018 tot in ihrem Haus in einem Ort östlich der Hauptstadt Bratislava aufgefunden. Ihre Leichen wiesen Schusswunden auf.

Der Fall löste in der Slowakei eine Diskussion über mögliche Verbindungen zwischen Politik und Verbrechen aus. Ministerpräsident Robert Fico sah sich Mitte März 2018 deshalb zum Rücktritt veranlasst.