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Bringen Masken überhaupt etwas? Anders Tegnell will wissenschaftliche Beweise

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Anders Tegnell
Anders Tegnell   -   Copyright  NAINA HELEN JAMA / TT NEWS AGENCY / AFP
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Bei Menschenansammlungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und teils darüber hinaus heißt es in vielen Ländern mittlerweile wie selbstverständlich: Maske auf!

In Schweden ist es nicht verpflichtend, sich in gewissen Bereichen des täglichen Lebens Mund und Nase zu verdecken. Staatsepidemiologe Anders Tegnell stellt den Nutzen des Masketragens in Frage, er vermisst wissenschaftliche Befunde.

„Im Augenblick gibt es keinen Grund, so etwas einzuführen“

„Es gibt keine neuen Beweise, was ein bisschen überraschend ist, da so viele Länder die Masken nutzen“, so Tegnell. „Man rechnete damit, dass es eine Bewertung der Maskennutzung geben würde. Vielleicht kommt diese ja auch noch, und dann wird die Lage klarer, wann und wie Gesichtsmasken tatsächlich etwas bringen. Im Augenblick gibt es also keinen Grund, so etwas einzuführen. Wir verfolgen die Entwicklung sowohl in Bezug auf die Verbreitung des Virus in Schweden als auch die Entwicklung des Wissens darüber, was Gesichtsmasken tatsächlich bewirken“, sagt Schwedens Staatsepidemiologe.

Schweden streitet

Schweden macht es anders als viele andere, selbst unter den sonst so eng verbundenen skandinavischen Staaten gab und gibt es deshalb erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Und auch in Schweden selbst wird über den richtigen Weg gestritten.

„Ich finde das ein bisschen komisch, dass Schweden als kleines Land meint, es besser zu wissen als der Rest der Welt. Das ist sehr merkwürdig“, meint eine schwedische Ladenbesitzerin. Und ein Bauarbeiter findet: „Die Maskenpolitik sollte strenger sein, vor allem in Bus und Bahn, weil sich dort viele Menschen aufhalten.“

Die ersten sechs Monate 2020 waren die Jahreshälfte mit den meisten Todesfällen in Schweden seit 1869. Bis heute sind in dem skandinavischen Land 5832 Menschen an der Atemwegserkrankung Covid-19 gestorben.