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Will Österreich weniger testen, um den Tourismus zu retten?

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Archivbild.   -   Copyright  Ronald Zak/ Associated Press
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Hat ein österreichischer Bundeskommandant beim Roten Kreuz empfohlen, die Corona-Statistiken zugunsten des Wintertourismus zu schonen? Darüber wird zumindest in österreichischen Medien und in den sozialen Netzwerken spekuliert, nach dem ein internes Ideenpapier an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Wie berichtet wird, schlägt Bundeskommandant Gerry Foitik in dem Schreiben an Kanzleramt und Gesundheitsministerium unter anderem eine Maskenpflicht an Schulen und Universitäten vor, regt die Vergabe von kostenlosen FFP-2-Masken für Risikogruppen über 65 Jahre und Schnelltests in Apotheken an.

Weniger Tests = geringere Inzidenz

Für Aufregung sorgt eine Passage, in der Foitik darüber nachdenkt, welche Strategie anzuwenden sei, wenn die Infektionszahlen zu hoch für eine "grüne Einschätzung der EU-Partner" bleibe, Stichwort Wintertourismus. Er schlägt vor, Kontaktpersonen der Stufe Eins, die sich bereits in Quarantäne befänden, nicht mehr zu testen. Das senke die Inzidenz.

Kontaktpersonen der Stufe Eins sind laut österreichischem Gesundheitsministerium.pdf) Menschen mit "Hoch-Risiko-Exposition", die mindestens eine Viertelstunde lang Kontakt mit einem Covid-19-Erkrankten hatten, etwa weil sie sich im selben Raum in einem Abstand von unter zwei Metern zueinander aufhielten oder im Zug neben dem/der Infizierten saßen. Diese sollten laut Ministerium so schnell wie möglich getestet werden.

Foitik gibt laut den Berichten zwar zu, dass dies ein "statistischer Trick" sei. Es gehe aber nicht darum, Zahlen zu manipulieren, sondern eine bessere Vergleichbarkeit zu haben. Wie "Der Standard" berichtet, weise er daraufhin, dass nicht in allen europäischen Ländern Kontaktpersonen der Stufe Eins getestet würden. Das Papier sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen und deswegen verkürzt formuliert.

Foitiks Ausführungen sind eine generelle Kritik an der Corona-Strategie, die die Regierung in Wien an diesem Montag vorstellte, so der "Falter". Er schlägt unter anderem vor, Kontaktpersonen nur noch automatisch zu testen, wenn sie einer Risikogruppe angehören. Andererseits sollten Menschen, die Covid-19-Symptome haben, via Schnelltests, die unter anderem in Apotheken erhältlich sein sollen, vermehrt getestet werden.

Für mehr Vertrauen in die österreichischen Behörden nach dem Ischgl-Debakel dürften die Berichte allerdings nicht sorgen. Nach einem Ausbruch in dem Wintersportort hatte es Kritik gegeben, die Behörden hätten zugunsten des Tourismus nicht rechtzeitig reagiert.