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Missmanagement in Ischgl - bis hin zu Kanzler Kurz

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Die Untersuchung des Umgangs mit der Ausbreitung des Coronavirus im Skiort Ischgl in Tirol hat Versäumnisse und Fehleinschätzungen festgestellt.

So seien noch nach dem im März erlassenen Verbot Skibus und Seilbahn in Betrieb gewesen. Laut Untersuchungsbericht hätte der Skibetrieb aus epidemiologischer Sicht bereits Tage vorher eingestellt werden müssen.

Zum gesamten Untersuchungsbericht...

„Nahezu noch mit Skischuhen zu den Autos gelaufen"

Auch das Vorgehen des Bundeskanzlers wird kritisiert: Dass Sebastian Kurz am 13. März eine Quarantäneanordnung ohne unmittelbare Zuständigkeit und ohne Rücksicht auf Vorbereitungszeit ankündigte, löste bei den Feriengästen Kurzschlussreaktionen aus.

Ronald Rohrer, der Vorsitzende der Untersuchungsgruppe, sagte: „Obwohl in der Ankündigung des Bundeskanzlers nicht genannt, bezogen offenbar auch die ausländischen Gäste die Ankündigung der Quarantäne auf sich. (...) Wie es Auskunftspersonen beschrieben, sind die Gäste nahezu noch mit Skischuhen zu den Autos gelaufen. Leihski wurden einfach in die Eingänge der Geschäfte geschmissen, Hotelzimmer unter Zurücklassung von Gegenständen überhastet verlassen.“

Die Einschätzung der Behörden, bei dem betroffenen Lokal habe es sich um ein „abgrenzbares Ereignis“ gehandelt, sei falsch gewesen, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Es wird davon ausgegangen, dass sich in Ischgl Feriengäste aus 45 Ländern mit dem Erreger ansteckten und diesen anschließend in ihren Heimatländern unbewusst weiterverbreiteten.