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Abtreibungsgesetze in Polen: "Kein Land für Frauen"

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Abtreibungsgesetze in Polen: "Kein Land für Frauen"
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Hunderte Menschen haben in Warschau und mehreren anderen Städten Polens gegen eine Verschärfung des Abtreibungsverbots protestiert. Es war bereits der dritte Protesttag nach der Entscheidung des polnischen Verfassungsgerichts, dass auch Schwangerschaftsabbrüche aufgrund schwerer Fehlbildungen des ungeborenen Kindes verfassungswidrig seien.

Die umstrittene Entscheidung der Verfassungsrichter bedeutet eine weitere Verschärfung des ohnehin strengen Abtreibungsrechts im katholisch geprägten Polen.

Oppositionspolitikerin Barbara Nowacka sagte: "Das trifft die Ärmsten unter den Frauen. Warum sollten sie von einem unterdrückerischen Staat und religiösen Fanatikern bestraft werden."

Regisseuring Malgorzata Szumowska erklärte: "In einem solchen Land will ich keine Tochter großziehen, will ich nicht leben. Das ist ein Land für Frauen, ein Land, das uns nur demütigt."

Bisher galt eine Ausnahmeregelung vom Abtreibungsverbot für den Fall, dass das ungeborene Kind schwere Fehlbildungen aufwies. Diese Gesetzesregelung verstoße gegen das in der Verfassung garantierte Recht auf Leben, entschieden die Höchstrichter nun aufgrund einer von konservativen Parlamentariern eingebrachten Beschwerde.

Im Jahr 2019 wurden in den Krankenhäusern Polens nur rund 1100 Schwangerschaftsabbrüche ausgeführt - in fast allen Fällen aufgrund des nun für rechtswidrig erklärten Paragrafen.