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Samsung-Visionär Lee Kun Hee (78) gestorben

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Samsung-Visionär Lee Kun Hee (78) gestorben
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Lee Kun-hee, Vorsitzender von Samsung Electronics, der das südkoreanische Unternehmen zu einem globalen Technologietitan machte, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

Unter Lees Führung stieg Samsung zum weltweit größten Hersteller von Smartphones und Speicherchips auf, und der Gesamtumsatz des Unternehmens entspricht heute einem Fünftel der südkoreanischen Wirtschaftsleistung (BIP).

Bewundert und kritisiert, öffentlichkeitsscheu und gleichzeitig als Exzentriker verschrien, war Lee Kun Hee einer der rätselhaftesten und zugleich mächtigsten Wirtschaftsführer Südkoreas. Nur selten ließ sich der reichste Mann des Landes interviewen. Ebenso rar waren seine öffentlichen Auftritte.

Seine Zurückhaltung stand im starken Kontrast zur Bedeutung Samsungs als größtem Mischkonzern des Landes, dessen unangefochtener Vorsitzender und führender Visionär er lange Zeit war - mit einer Produktpalette vom billigen Haushaltsgerät bis zu weltweit führenden Smartphones (Galaxy), Fernsehern und Speicherchips. Das Unternehmen ist 254 Milliarden Dollar wert (docurex) und Nummer 14 der größten Konzerne weitweit.

Lee Kun Hee hatte die Führung des südkoreanischen Familienkonzerns, Chaebols genannt, nach dem Tod seines Vaters 1987 übernommen. Seine Vision: Samsung sollte als Technologiekonzern großen japanischen Unternehmen wie Sony die Stirn bieten. Bis dato galt das größte Konglomerat des Landes, vom Vater als Fisch- und Fruchtexporteur gegründet, mit Aktivitäten von der Unterhaltungselektronik bis zum Baugewerbe, als Produzent billiger Produkte von geringer Qualität.

Der Sohn krempelte Samsung radikal um: «Wir brauchen einen zweiten Start, um uns in die Top Ten der technologischen Spitzenunternehmen der Welt zu katapultieren». 1988 brachte Samsung sein erstes Mobiltelefon auf den Markt.

Ändern Sie alles, mit Ausnahme Ihrer Frau und Ihrer Kinder
Lee Kun Hee (1993)
Konzernchef Samsung

„Ändern Sie alles, mit Ausnahme Ihrer Frau und Ihrer Kinder“ - hieß es 1993 noch einmal. Das Unternehmen verbrannte alle 150.000 Mobiltelefone im Lager und ebnete damit den Weg für die Wiedergeburt des äußerst erfolgreichen "Anycall" -Handys.

Lee hielt 5 Prozent von Samsung Electronics. Auf seinen Sohn, den designierten Unternehmenserben, Lee Jae-yong (51) warten noch mehrere Gerichtsverfahren wegen Bilanzbetrugs, Aktienkursmanipulation und Bestechung.

So begann in diesen Tagen in Seoul ein Verfahren wegen vermuteten Bilanzbetrugs und Aktienkursmanipulation. Hintergrund des Verfahrens ist der Unternehmensübergang.

Lee junior steht auch noch vor der Neuverhandlung der vermuteten Bestechung der früheren Präsidentin Park Geun-hye. Er bestreitet die Vorwürfe. Im Mai hatte Lee junior sich in einem seltenen öffentlichen Auftritt für Fehlverhalten entschuldigt und angekündigt, dass er seinen Kindern die Führung der Samsung-Gruppe nicht übertragen wolle.

Lee lag seit einem Herzinfarkt 2014 im Samsung Medical Center im Süden Seouls. Sein Sohn, Lee Jae-yong, hatte in den vergangenen Jahren die faktische Führung des Konglomerats übernommen.

su mit dpa