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"Keine Kompromisse": Protestmarsch gegen Abtreibungsverbot

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Demonstrantin in Warschau
Demonstrantin in Warschau   -   Copyright  Czarek Sokolowski/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Zehntausende haben am Freitagabend in Warschau gegen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts demonstriert. Die Organisation "Allpolnischer Frauenstreik" hatte zu dem zentralen Protestmarsch durch die polnische Hauptstadt aufgerufen.

Seit Tagen gibt es heftige Proteste gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts, dass Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen hat. Dies kommt de facto einem Abtreibungsverbot gleich.

Die Zeit der Kompromisse sei vorbei, sagt ein Demonstrant. Man habe den Frauen ihre Rechte weggenommen, und diese forderten sie nun zurück.

Um die Lage zu beruhigen, hatte der polnische Präsident Andrzej Duda am Freitag eine eigene Gesetzesinitiative angekündigt, wonach ein Schwangerschaftsabbruch künftig erlaubt bleibe, wenn laut medizinischer Diagnose wahrscheinlich sei, dass das Kind tot zur Welt komme oder wegen seiner Fehlbildungen kurz nach der Geburt sterben werde.

Eine Ankündigung, die der Protestbewegung wohl kaum Wind aus den Segeln nehmen. Ihr Unmut richtet sich immer deutlicher gegen die nationalistisch-konservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und die in Polen mächtige katholische Kirche, die sie für die Entscheidung verantwortlich machen.

Am Rande des Warschauer Protestmarsch kam es zu Gegendemonstrationen von rechtsextremen Aktivisten und Fußball-Hooligans, die aus Seitenstraßen Leuchtraketen in Richtung der Demonstranten abfeuerten. Nach Angaben der Warschauer Polizei gab es ein Dutzend Verhaftungen. Der Protestmarsch verlief davon abgesehen störungsfrei.