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Für schnellere Corona-Test-Ergebnisse: Berlin setzt auf Drohnen

Drohnen- und Logistikoperator Peter Trempeck zeigt, wie man eine Drohne mit medizinischem Material belädt
Drohnen- und Logistikoperator Peter Trempeck zeigt, wie man eine Drohne mit medizinischem Material belädt   -   Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
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Wie schnell ein Abstrich der Nasenschleimhaut das Labor erreicht und ein Testergebnis vorliegt, spielt bei einer Covid-19-Infektion eine wichtige Rolle. Berlin testet den Einsatz von Drohnen, um den Prozess zu beschleunigen und so die Ausbreitung des Virus besser in den Griff zu bekommen.

Die Behörden in Berlin rechnen damit, dass die durchschnittliche Lieferzeit von etwa einer Stunde auf rund zehn Minuten verkürzt werden kann, was die Bearbeitungszeit für Covid-Tests um entscheidende Minuten verkürzen würde.

"Das Thema 'Zeit bis zum Ergebnis' ist wirklich wichtig, besonders wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht", sagt Klaus Tenning, der das Projekt der Berliner Charité und der Berliner Vivantes-Kliniken leitet. "Eine infizierte Person muss so schnell wie möglich das Ergebnis erhalten, damit sie sich selbst isolieren oder einfach mit dem normalen Alltagsleben fortfahren kann."

Drohen sollen ab Januar in Berlin fliegen

Ab Januar 2021 sollen die fliegenden Kuriere ihren Regelflugbetrieb zwischen sechs einzelnen Klinikstandorten und einem zentralen Labor aufnehmen.

Vollautomatisch sollen die Drohnen fliegen und müssen lediglich beaufsichtigt werden. Mit ihnen sollen unterschiedliche medizinische Proben transportiert werden - vor allem auch Corona-Tests.

Jede Strecke wird von zwei Drohnen bedient, die theoretisch 24 Stunden am Tag fliegen können. Ladezeit fallen nicht an, die Flugeräte sind batteriebetrieben. Jede von ihnen kann etwa 40 Proben transportieren.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) verfügen 175 Labors in Deutschland über eine Covid-19-Testkapazität von 307.000 Tests pro Tag. Jede Woche werden über eine Million Covid-19-Tests durchgeführt, einige davon in ausgewiesenen Testzentren, aber auch in Arztpraxen und Krankenhäusern.

Notfallsituation Pandemie führt zu Innovationen

Projektleiter Klaus Tenning hat in der Vergangenheit Verbesserungsbedarf bei der Lieferung von Proben aus einigen Testzentren an die Labors gesehen, er meint: "Eine Notfallsituation wie eine Pandemie kann zu schnellen Veränderungen und Innovationen führen."

Das Unternehmen Matternet betreibt bereits ähnliche Drohnensysteme in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten, aber Berlin wird das erste derartige System in der Europäischen Union sein. Das Unternehmen wartet darauf, dass am 30. Dezember neue Drohnenregelungen in Kraft treten, bevor es den regulären Betrieb im Januar aufnimmt.

Die Drohnen starten selbst, folgen einer vordefinierten Route und landen dann autonom am Zielort. Sollte ein Triebwerk unerwartet ausfallen, haben die Drohnen einen Fallschirm. Sie können auch Flugzeuge oder Hubschrauber identifizieren und informieren das Kontrollzentrum. So wird verhindert, dass eine Drohne im gleichen Gebiet fliegt wie zum Beispiel ein Rettungshubschrauber.

Können die Drohnen auch den Impfoff transportieren?

Die nächste Phase der Coronavirus-Pandemie wird der Einsatz von Impfoffen sein. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine konkreten Pläne für den Einsatz von Drohnen für den Versand von Impfstoffen, aber es könnte in der Zukunft eine Möglichkeit sein, so Alex Norman vom Drohnenbetreiber Matternet. Das Unternehmen hat bereits temperaturkontrollierte Kisten entwickelt, die auch eine sehr kalte Lagerung ermöglichen können.

Der neue Impfstoff der deutschen Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer muss bei 70 Grad gelagert werden.