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Ruinierte Nerzzüchter: Frederiksen kann Tränen kaum zurückhalten

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Von Euronews mit dpa
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Nerzfarm in Belarus
Nerzfarm in Belarus   -   Copyright  Sergei Grits/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Nach der Massenkeulung von Nerzen in Dänemark hat Regierungschefin Mette Frederiksen eine betroffene Farm in Kolding besucht. Das Schicksal der Nerzzüchterinnen und -züchter berührte die in die Kritik geratene Ministerpräsidentin sichtlich.

"Schuld ist Corona"

Erneut verteidigte Frederiksen ihre Entscheidung, Millionen Nerze nach dem Bekanntwerden von mutierten Coronaviren massenweise zu töten. Pelz ist mit Abstand die am meisten Gewinn bringende landwirtschaftliche Industrie Dänemarks.

Frederiksen sagte, es sei sehr emotional gewesen. Das Lebenswerk von zwei Generationen sehr erfahrener Nerzzüchter, Vater und Sohn, sei in kürzester Zeit vernichtet worden. Die Nerzzüchter sollten nicht glauben, sie hätten schlechte Arbeit geleistet. Schuld sei Corona.

Die dänische Gesundheitsbehörde geht von einer gefährlichen Mutation von Sars-CoV-2 aus, auch bekannt als Cluster 5. Es habe sich im Körper des Tieres so stark verändert, dass es eine verringerte Empfindlichkeit gegenüber Antikörpern und somit gegenüber Impfstoffen zeige.

Auch Nerze in Litauen infiziert

Dänemark steht auf europäischer Ebene nicht allein da. Es sind bereits Nerzfarmen in mehreren Ländern betroffen. Auch auf einer Farm in Litauen wurde das Virus bei 169 Tieren festgestellt, die plötzlich gestorben waren.

Die Behörden entschieden, bis zu 40 weitere Nerze zu töten. Der Transport von Tieren, Futtermitteln und anderen tierischen Produkten der betroffenen Züchter wurde vorübergehend verboten.

Betroffen sind auch Farmen in Spanien, Italien, den USA, den Niederlanden, Schweden und Griechenland.

In Polen hingegen habe sich ein erster Verdacht von infizierten Nerzen nicht bestätigt, hieß es aus dem Argrarministerium.