Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Übersterblichkeit und Kollateralschäden: "Volle Wucht" von Covid-19

Antigen-Schnelltest in Österreich
Antigen-Schnelltest in Österreich   -   Copyright  GEORG HOCHMUTH/AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Die Salzburger Nachrichten titeln: "Es ist was faul im Bundesstaat Österreich". In dem Kommentar geht es darum, dass Bund und Länder nicht miteinander gegen Corona kämpfen, sondern gegeneinander. Das zeige sich bei der Organisation der Massentests im Dezember, die viele Bundesländer der Regierung in Wien überlassen wollen.

113 Covid-19-Todesfälle an einem Tag

An diesem Dienstag erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober, dass die zweite Welle "mit voller Wucht" in Europa eingeschlagen habe. Er musste auch 4.954 Neuinfektionen und 113 Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden bekannt geben. Durch den Lockdown habe man die Lage "ein bisschen stabilisieren können", meinte Anschober.

Als Vorzeigeland in Sachen Bekämpfung des Coronavirus kann Österreich kaum noch herhalten.

"Kollateralschäden" bei anderen PatientInnen

Die Situation der Intensivstationen bezeichnet Klaus Markstaller von der Intensivmedizin am AKH Wien laut STANDARD als "angespannt, aber nicht katastrophal". Es komme zu Verzögerungen bei geplanten Eingriffen wie Hüft-OPs, aber alle lebensnotwendigen Operationen könnten durchgeführt werden.

Günter Weiss von der Uni-Klinik Innsbruck erklärt, dass er Kollateralschäden befürchte - nämlich dass andere PatientInnen wegen Covid-19 nicht ins Krankenhaus kommen.

Übersterblichkeit in Österreich

Der Anstieg der Todesfälle in der zweiten Welle liegt deutlich außerhalb des normalen Rahmens. Das zeigen Berechnungen der Wiener Landesstatistik, die der ORF zitiert.

In der Altersgruppe über 65 Jahre zeigt die Auswertung für ganz Österreich und für die meisten Bundesländer außer Vorarlberg deutliche Abweichungen nach oben. Auch das europäische Mortalitätsmonitoring Euromomo attestiert Österreich eine „hohe Übersterblichkeit“ (High Excess Mortality).

Die von Bundeskanzler Sebastian Kurz noch im Frühjahr oft gehörte Aussage, dass Österreich "besser als andere" durch die Pandemie komme, gilt jetzt offenbar nicht mehr.

In Deutschland und in Schweden ist die Übersterblichkeit geringer als in Österreich.

Laut dem Innsbrucker Historiker Claus Oberhauser - zitiert auf Vienna.at - glauben 30 bis 50 Prozent der Österreicher an Verschwörungstheorien. Das sei aber in Krisenzeiten normal. Der Mikrobiologe Michael Wagner von der Uni Wien hatte massive Verbreitung von Fake News im Gespräch mit Euronews als einen Grund für die hohen Infektionszahlen ausgemacht.