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829 Marokkaner retten Clementinen-Ernte auf Korsika

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829 Marokkaner retten Clementinen-Ernte auf Korsika
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Fast wäre die Clementinenernte auf der französischen Insel Korsika in diesem Jahr in Gefahr gewesen, denn die Erntehelfer kommen aus Marokko und durften wegen der Corona-Pandemie nicht einreisen.

Die meisten der marokkanischen Saisonarbeiter kommen seit vielen Jahren nach Korsika. Sie sind auf die Ernte von Zitrusfrüchten spezialisiert und beherrschen sie perfekt. Die Arbeiter erhalten auf Korsika etwas mehr als 1.200 Euro pro Monat. In Makkroko würden sie einen Mindestlohn von umgerechnet weniger als 200 Euro bekommen.

Etwa 90 Landwirte auf Korsika konnten in Frankreich nicht genug Arbeitskräfte für die Clementinenernte finden. Auf Antrag der korsischen Erzeuger schlossen beide Länder eine außerordentliche Vereinbarung, die die Einreise von 829 Marrokanern möglich machte und die Clementinenernte rettete. Es gelten strenge hygienische Maßnahmen bei der Versorgung und Unterbringung der Saisonarbeiter, alle wurden bei ihrer Ankunft auf eine Covid-Infektion getestet.

Einer der Erntehelder sagte bei seiner Ankunft am Flughafen von Bastia: "Ja, wir kommen gerne, um Ihnen zu helfen, die Geschichte macht es möglich, für Ihre Wirtschaft."

Die Ernte fällt in diesem Jahr besonders gut aus, es sind etwa 27.000 Tonnen, im letzten Jahr waren es nur 20.000. Clementinen-Bauer Christophe Fouilleron ist zufrieden: "Es war wirklich sehr, sehr wichtig, diese Erntehelfer hier zu haben, um die Früchte zu pflücken. Sie dürfen nicht sehr lange am Baum bleiben, sonst werden sie überreif."

Covid-Effekt: Clementinen-Bauern erwarten Umsatzeinbruch von 20 Prozent

Ohne die marokkanischen Erntehelfer wären rund 40 Prozent der Clementinen am Baum geblieben. "Es wäre katastrophal gewesen", sagt François-Xavier Ceccoli, Produzent und Präsident der Gruppe Corsica Comptoir, die die Interessen von rund 70 Erzeugern vertritt.

Aber auch mit der Unterstützung aus Marokko erwarten die korsischen Clementinenproduzenten durch den Covid-Effekt in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch von rund 20 Prozent.