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Lockdown in Frankreich: Für viele Betriebe tickt die Uhr

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Lockdown in Frankreich: Für viele Betriebe tickt die Uhr
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In Frankreich sind wieder alle Geschäfte geöffnet. Restaurants, Bars und Cafés sowie Sport- und Kultureinrichtungen bleiben aber weiter geschlossen.

Für die Zirkustruppe vom "Cirque Imagine" in einem Vorort von Lyon, im Südosten des Landes, ist es eine unerträgliche Zwangspause, die nicht enden will.

Während Kinos und Theater ab Mitte Dezember wieder öffnen dürfen, bleibt ihre Manege leer.

DINNER-ZIRKUS

Der Zirkus präsentiert Shows mit Dinner- und muss deswegen bis mindestens 20. Januar warten, wie sämtliche Restaurants und Bars des Landes.

Dagegen prostestieren die Künstler auf ihre Weise: Mit Fotos, stumm - und nackt. Genau so fühlen sich. Übergangen.

Yana Klishch, "Cirque Imagine":

"Wir brauchen die Kunst, sie kommt von Herzen und macht glücklich. Sie ist unserer Meinung nach absolut lebensnotwendig"

Für die Artisten aus Russland, Argentinien oder der Ukraine geht das Training ohne Unterbrechung weiter.

Anastasiya Massot, "Cirque Imagine":

"Wir können nicht monatelang pausieren. Wenn wir morgen wieder auftreten, müssen wir fit sein für unsere Nummern.

Der Zirkusdirektor sagt, er musste die Ausgaben zu kürzen, um einen Bankrott zu vermeiden.

David Massot, Direktor des "Cirque Imagine":

"Wir haben Kurzarbeit für unsere Artisten beantragt, die über das staatliche System Arbeitslosengeld erhalten. Und wir mussten ein staatlich garantiertes Darlehen aufnehmen, um bis zur Wiedereröffnung flüssig zu bleiben."

Guillaume Petit, Euronews:

"Während alle nicht-lebensnotwendigen Geschäfte wieder geöffnet sind, müssen 200.000 Restaurants und Cafés geschlossen bleiben. ebenso Fitnesscenter. Einer Gewerkschaft zufolge haben sie das Gros ihrer Jahreseinkünfte eingebüßt. Besonders hart trifft es kleine, private Betriebe."

FITNESS UND TANZ

Auch in Stéphanes Sport- und Tanzstudio herrscht gähnende Leere. Im September, genau dem Monat, in dem die meisten Kunden ihr Jahresabo abschließen, musste er zumachen.

Er hat seither keinerlei Einkünfte, außer ein paar Online-Kursen für seine Stammkunden. Die staatliche Hilfe deckt nicht alle Verluste, sagt er.

Die Folge: Er kann sich keine Wohnung mehr leisten und lebt in einem Zimmer in seinem Sportstudio.

Stéphane Vittorelli, Tänzer und Coach:

"Seit fast 10 Monaten zahle ich monatlich mehr als 2.000 Euro Miete und habe nur anderthalb Monate gearbeitet. Es wird also immer komplizierter für mich. Ich habe versucht, die Hausverwaltung zu erreichen, um mit dem Besitzer zu verhandeln, aber ohne Erfolg. Da kam nichts zurück."

Nach Gewerkschaftsangaben könnten rund 20% der Fitnesszentren den zweiten Lockdown nicht überleben.

Für kleine, selbstständige Unternehmen scheint der Untergang programmiert.

Guillaume Petit, su