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Langsam aber sicher: Niederländer verabschieden sich vom "Schwarzen Piet"

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Langsam aber sicher: Niederländer verabschieden sich vom "Schwarzen Piet"
Copyright  Peter Dejong/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Für die meisten Kinder in den Niederlanden ist der Einzug des Nikolaus mit seinem Gefolge im November wohl einer der Höhepunkte des Jahres - bei vielen Erwachsenen sorgt die Tradition seit Jahren für Streit. Grund sind die "Schwarzen Piets", die Helfer des Nikolaus. Sie werden von weißen Menschen verkörpert, die sich schwarze Farbe ins Gesicht malen. Das sogenannte "Blackfacing" stammt aus dem Theater und gilt als diffamierende Darstellung von Schwarzen.

Nicht nur deswegen gibt es seit Jahren Proteste gegen den niederländischen Knecht Ruprecht. "Der Schwarze Piet ist rassistisch", so eine Demonstrantin. "Wir wollen, dass er verschwindet, damit es ein Fest für alle wird."

Für andere ist die Diskussion um Veränderung ein rotes Tuch: "Das ist ein Kinderfest, das es seit Jahrhunderten gibt", so ein Gegendemonstrant. "Eine holländische Tradition, die wir behalten wollen."

Akwasi Owusu Ansah alias Akwasi ist einer der Anführer der Proteste für die Abschaffung des "Schwarzen Piet". Für den Rapper ist die Figur ein Relikt der Kolonialzeit: "Die 'Schwarzen Piets' stehen unter dem Nikolaus", erklärt er. "Sie haben schwarz angemalte Gesichter, das ist gut gemeint, gehört aber in ein Museum. Das ist von gestern, nicht von heute."

Amsterdam: Minderheit der Kinder ist weiß

Bei der Debatte um die schwarzen Nikolaus-Gehilfen müsse man sich auch ansehen, wie sich die niederländische Bevölkerung entwickelt, so der Sinterklaas-Experte Pam Evenhuis, der die Stadt Amsterdam berät: "In Amsterdam gibt es 120- bis 150.000 Kinder, nur 40 Prozent davon sehen aus wie ich, weiß. Sinterklaas ist für alle da, wenn der ,Schwarze Piet' die Leute stört, sollten wir das ändern."

Akwasi: "Es geht nicht nur um die schwarze Farbe, aber auch um die roten Lippen, das krause Haar, das sind Stereotype. Die Leute verstehen nicht, wie beleidigend das ist. Oder sie sehen es als Tradition, die so bleiben muss."

Sinterklaas-Experte Evenuis hat deswegen den "rußigen Piet" erfunden, der nur schwarze Flecken im Gesicht hat, weil sie die Geschenke durch die Schornsteine verteilen. Seit dem vergangenen Jahr sind diese auch auf den offiziellen Paraden statt der "Schwarzen Piets" zu sehen. Und auch in der Bevölkerung schwindet die Zustimmung zur Tradition. Einer Umfragen sind nur noch 55 Prozent der HolländerInnen für die Beibehaltung, 2019 waren es noch 71 Prozent und 2014 sogar noch 90, so Evenhuis: "Vor allem dank der Black-Lives-Matter-Bewegung bin ich mir sicher, dass in fünf, acht oder zehn Jahren jeder den ,rußigen Piet' lieben wird und wir ihn einfach nur Piet nennen werden."