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US-Städte verbarrikadieren sich

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US-Städte verbarrikadieren sich
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Martin Lackovic verbarrikadiert sein Restaurant in Washington D.C.- aus Angst vor Ausschreitungen nach der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl am Dienstag. Vor 5 Monaten hat er erlebt, wie es am Rande einer Black Lives Matter Demonstration zu Gewalt und Zerstörung gekommen ist:

"Hier an der Seite entlang, haben sie damals alle Fenster eingeschlagen. Wir wollen also kein Risiko eingehen, jetzt wo die Wahlen und Proteste anstehen. Wir versuchen nur, uns abzusichern für den Fall der Fälle, um zu garantieren, dass wir es unbeschadet überstehen."

Eine weitere Unsicherheit in Martins Alltag- gerade jetzt wo er bereits mit der Corona-Pandemie zu tun hat.

Das gleiche Bild überall in der Stadt: ganz Washington verbarrikadiert sich. Der städtische Polizeichef berichtet, dass es zahlreiche Anträge für große Demonstrationen nach der Wahl gegeben hat - auch wenn es bisher keine glaubwürdigen Androhungen von Gewalt gibt.

Doch Fälle von Plünderungen und Sachbeschädigung waren im Umfeld der Black Lives Matter-Demostrationen im Sommer an der Tagesordnung. Und überall in Amerika sichern jetzt Ladeninhaber ihre Geschäfte aus Angst vor Auschreitungen.

Die Black Lives Matter- Proteste haben auch durchaus nicht aufgehört: in einem Vorort von Washington wird jeden Abend vor einer Polizeistation demonstriert. Konkret geht es dabei um den Fall des 20-jährigen Karon Hylton, der während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei tödlich verunglückte.

"Was Sie hier auf der Straße sehen, ist ein Überkochen dessen, was alles in diesem Land schief gelaufen ist. Und diese Jugendlichen, die jetzt überall auftauchen, in allen Farben - denn es ist ein Black Lives Matter-Protest, aber es gibt auch weiße Menschen darunter, die arm sind und sich genauso fühlen. Diese Jugendlichen sagen, genaus so fühle ich mich auch", so ein Demonstrant der anonym bleiben will.

Die Angst ist groß, dass friedliche Proteste wie dieser in Gewalt umschlagen könnten, sollte Trump wiedergewählt werden.

"Es gibt auch die Befürchtung, dass Anhänger von Trump auf die Straße gehen, wenn er das Wahlergebnis ablehnt oder in Frage stellt - Amerika bereitet sich auf eine turbulente Zeit nach den Wahlen vor", kommentiert unser Euronews-Korrespondent in Washington D.C. Jack Parrock.