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Großbritannien hebt Blutspende-Verbot für schwule Männer auf

Homoexuelle werden in vielen Ländern als Blutspender ausgeschlossen
Homoexuelle werden in vielen Ländern als Blutspender ausgeschlossen   -   Copyright  Valentina Petrova/AP2011
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Schwule und bisexuelle Männer werden in Großbritannien beim Blutspenden künftig nicht mehr anders behandelt als andere Spender.

Bis jetzt durften Männer im Vereinigten Königreich kein Blut spenden, wenn sie in den drei Monaten davor Sex mit einem anderen Mann hatten. Diese Regel soll künftig nicht mehr gelten. Stattdessen soll nur noch ausschlaggebend sein, ob eine Person - unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung - innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung habe, hieß es in einer Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums.

In Deutschland dürfen schwule und bisexuelle Männer nur Blut spenden, wenn sie innerhalb eines Jahres keinen Sex mit einem anderen Mann hatten. Die deutsche Aidshilfe kritisiert diese Regelung als diskriminierend, weil sie damit praktisch die meisten homo- und bisexuellen Männer von Blutspenden ausschließe.

Großbritannien will bei der Auswahl von Blutspendern in Zukunft den Fokus auf riskante Sexualpraktiken wie den sogenannten "Chemsex" legen. Das ist eine Form von Geschlechtsverkehr mit mehreren Beteiligten unter dem Einfluss von Drogen.

Die neue Regelung soll von Sommer 2021 an gelten. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die Entscheidung als positiven Schritt, der "einzelne nach ihren Handlungen bewertet und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung".

Männer, die Sex mit Männern haben, sind zwar statistisch tatsächlich häufiger von HIV betroffen als andere.

Der Europäische Gerichtshof hatte 2015 geurteilt, dass ein Ausschluss besonders stark von HIV betroffener Gruppen nur gerechtfertigt ist, wenn sich Übertragungsrisiken nicht auf anderen Wegen reduzieren lassen.