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Weihnachts-Albtraum: Junge Spanierin steckt in London fest

Von Manuel Terradillos
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Gael - Spanierin, die über Weihnachten in London feststeckt
Gael - Spanierin, die über Weihnachten in London feststeckt   -   Copyright  Euronews - Screenshot
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Wohl die meisten Menschen in Europa können Weihnachten nicht so verbringen, wie sie sich das vorgestellt haben. Mehrere tausend Europäerinnen und Europäer stecken in Großbritannien fest, nachdem viele Länder als Reaktion auf das mutierte Coronavirus ihre Grenzen zumindest teilweise geschlossen haben.

Wir haben mit einer jungen Spanierin gesprochen, die seit zwei Jahren in London lebt und eigentlich zu ihrer Familie nach Galicien reisen wollte - über Portugal. Für die 24-Jährige wurde der Versuch, die Reise anzutreten zu einem Albtraum.

Gaël lebt in London und wollte mit einem Low-Cost-Ticket am 21. Dezember 2020 aus der britischen Hauptstadt nach Porto fliegen. Euronews hat mit ihr gesprochen - darüber, wie sie die Odyssee erlebt hat und warum sie London jetzt nicht verlassen kann.

"Ich bekam eine E-Mail mit der Warnung, dass nur portugiesische Staatsangehörige, Einwohner und Diplomaten in das Flugzeug können", sagt Gael. "Als ich am Flughafen ankam und sagte, dass ich Spanierin bin und nach Portugal reise, wurden mir aber zunächst keine Fragen gestellt."

Keine Erklärungen, keine Rückerstattung

Gael fand sich dann stundenlang inmitten von Chaos und Kontrollverlust wieder, wobei nicht klar ist, wer dafür verantwortlich ist: die Fluggesellschaften, die Flughafenbehörden oder die Regierungen der einzelnen Länder. Die Fragen von Gael und vielen anderen Passagieren nach einer Erklärung waren vergeblich.

"Ich habe das Ticket vor einem Monat gekauft, und vor einem Monat gab es bereits die Pandemie, und mir wurde nicht gesagt, dass ich einen PCR-Test machen muss oder dass ich Portugiesin sein muss oder irgendetwas in der Art. Auf einmal haben sie haben alles damit gerechtfertigt, dass es eine Pandemie gibt", erklärt die Spanierin.

Gael kämpft nun um eine Rückerstattung, die ihr ebenfalls verweigert wird. Und sie muss sich an den Gedanken gewöhnen, Weihnachten fern von ihrer Familie zu verbringen.

"Ich weigere mich, es noch einmal zu versuchen"

Es noch einmal zu versuchen, ist für sie einfach eine Schimäre: "Ich weigere mich, es noch einmal zu versuchen", sagt sie. "Weil ich kein Vertrauen mehr habe. Wenn ich ein Ticket für die kommende Woche kaufe und all das wieder passiert. Ich habe weder die Zeit, noch das Geld oder die Energie, es noch einmal zu versuchen. Ich werde kein Geld mehr dafür ausgeben, weil mir das in diesem Jahr schon zum vierten Mal passiert ist."

Mehr als zwanzig Länder haben zumindest zeitweise ihre Grenzen zu Großbritannien geschlossen, um zu versuchen, die neue Variante des Coronavirus, die wohl ansteckender ist als das bisher verbreitete Virus, zu stoppen. Die Europäische Kommission hat am Dienstag dazu geraten, diese Beschränkungen aufzuheben, während die WHO einfach nur empfiehlt, keine Reisen zu unternehmen.

Millionen von Menschen stehen schon jetzt vor "einer Art Weihnachtsfest" - wie es in Frankreich neuerdings heißt. Sie müssen sich damit abfinden, dass alles ganz anders wird als geplant - wie im Fall von Gaël.