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98 Namen, 98 Frauenmorde

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Gedenken an Opfer häuslicher Gewalt
Gedenken an Opfer häuslicher Gewalt   -   Copyright  AFP (Videostandbild)
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98 Namen von Frauen, die im Jahr 2020 bei Gewaltdelikten in den eigenen vier Wänden getötet wurden: Frauenrechtlerinnen machten auf das Schicksal der Opfer aufmerksam, indem sie ihre Namen in Paris an Brückenpfeiler klebten. Laut Erhebung der Vereinten Nationen sind Fälle häuslicher Gewalt während der Pandemie deutlich angestiegen.

„Die Telefonseelsorge war überlastet, die Polizei hat viel häufiger eingegriffen, dennoch gab es auch 2020 für diese Frauen leider keine richtigen Strukturen. Es gibt viele Hilfsvereine, denen aber das Geld fehlt, die Regierung gibt uns kein Geld", so eine Teilnehmerin der Aktion in Paris.

Ähnliche Berichte gibt es aus anderen Ländern. Oft gibt es vereinzelte Maßnahmen, doch wichtig sei auch, Zivilcourage zu zeigen, meint die Frauenrechtlerin:

„Wenn man die Augen davor verschließt, bedeutet das, dass man weiß, was da geschieht: Bei den Nachbarn oder in der Familie. Man hört oft eine Nachbarin schreien, weil sie Opfer von Gewalt geworden ist, aber wir greifen nicht ein, weil wir uns nicht trauen oder weil uns eingetrichtert wurde, sich nicht in das einzumischen, was nebenan vor sich geht. Das kann nicht mehr sein."

Sie und ihre Mitstreiterinnen fordern mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für den Kampf gegen Gewalt an Frauen - insbesondere auch von Seiten der Politik.