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Neue Impfstoffe - Doch die 3. Coronawelle fräst weiter

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Impfzentrum in Lübeck
Impfzentrum in Lübeck   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Eine aus Südafrika stammende Variante des Coronavirus, die als hochansteckend gilt, ist zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen worden. Die Charité Berlin habe die Mutation B.1.351 bei einer Person aus Baden-Württemberg bestätigt, so das Sozialministerium in Stuttgart.

Die Regierung in Südafrika hatte am 18. Dezember erstmals von einer neuen Variante des Virus berichtet. Diese breite sich rasch im Land aus. Auch in Großbritannien und Irland ist derzeit eine äußerst ansteckende Mutation des Coronavirus auf dem Vormarsch.

Unterdessen nähert sich Deutschland bei den Infektionszahlen der Zweimillionenmarke an. Zuletzt wurden 891 Tote binnen 24 Stunden gemeldet, so das RKI, eine der bisher höchsten Zahlen.

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Portugal: 155 Todesfälle binnen 24 Stunden

Ebenfalls besorgniserregend ist die Statistik in Portugal, dort starben 155 Menschen binnen 24 Sunden, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. An diesem Mittwoch will die Regierung neue, schärfere Maßnahmen bekannt geben, die laut Ministerpräsident Antonio Costa mindestens einen Monat gelten sollen.

Im Rahmen eines Ausnahmezustands herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals bereits strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr und im Sommer relativ gut durch die Pandemie gekommen. Im Herbst wurde die Lage aber plötzlich immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 517 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz bei 319.

Impfstrategie der EU

Während sich die dritte Corona-Welle durch Europa fräst, verstärken viele Länder ihre Impfkampagnen nunmehr mit einem zweiten Impfstoff. Die EU hatte dem US-Hersteller Moderna in der vergangenen Woche grünes Licht erteilt. Nun werden die ersten Dosen ausgegliefert.

Die EU-Kommission hat Verträge mit sechs Labors abgeschlossen und steht mit zwei weiteren im Gespräch auf der Grundlage der gemeinsamen Impfstoffbeschaffungspolitik. Ein Segen, meint Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Clément Beaune.

"Dieser europäische Rahmen ist der einzige, der uns Zugang zu allen Impfstoffen gibt, unter sicheren Bedingungen, zu einem fairen Preis, und der es ermöglicht, die gesamte europäische Bevölkerung zu versorgen. Wenn jedes Land im Alleingang verhandelt, macht das keinen Sinn, da kein Land ein bestimmtes Labor besitzt. Wenn sich jedes Land sagen würde 'Ich mach das besser als die anderen', wäre das ein Irrtum und außerdem nicht effezient."

Über die Zulassung eines dritten Impfstoffs in der EU nach Biontech/Pfizer und Moderna soll bis Ende des Monats entschieden werden. Das vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität in Oxford entwickelte Vakzin wird bereits in Großbritannien.