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Virus-Mutanten: Dürfen Schweizer bald nicht mehr nach Deutschland?

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Von Euronews  mit Tagesanzeiger
Junge Frau in Genf
Junge Frau in Genf   -   Copyright  Laurent Gillieron/AP

In der Alpenrepublik geht die Angst um, dass Deutschland bald ein Einreiseverbot für Schweizerinnen und Schweizer verhängen könnte. Wie der Tagesanzeiger berichtet, bereitet sich der Kanton Basel bereits auf ein solches Schreckens-Szenario vor. Marco Greiner, Regierungssprecher von Basel Stadt, sagt: "Wir hoffen, dass es nicht dazu kommt." Etwa 35.000 Menschen kommen jeden Tag zum Arbeiten über die Grenze aus Deutschland allein nach Basel. Der Rückweg würde wohl kompliziert, sollte die Regierung in Berlin die Schweiz auf die Liste der sogenannten Virus-Varianten-Gebiete setzen, für die ein Einreiseverbot besteht.

Die Schweiz ist bereits ein Risikogebiet, nach der Einreise von dort nach Deutschland besteht eine Quarantänepflicht. Zusätzlich sollten Einreisende einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorlegen können, ansonsten muss spätestens 48 Stunden später ein Testergebnis vorliegen. Hotels und Pensionen dürfen bis zum 14. Februar keine Touristinnen und Touristen beherbergen.

Derzeit dürfen zwar Deutsche aus den Virus-Varianten-Gebieten wieder nach Hause - wenn sie sich vor und nach der Reise testen lassen sowie zwischenzeitlich in Quarantäne. Aber von wenigen Ausnahmen abgesehen ist die Einreise nach Deutschland verboten aus:

Großbritannien und Nordirland, Irland, Portugal, Brasilien, Südafrika, Eswatini und Lesotho.

Bald auch Dänemark, die Niederlande, Belgien und Tschechien?

Auf die "schwarze Liste" kommen Staaten, in denen die Virus-Varianten "dominierend" sind. Ab welchem Prozentsatz die Verbreitung laut Robert Koch-Institut als dominierend gilt, wurde nicht kommuniziert. Neben der Schweiz werden besonders Dänemark, die Niederlande, Belgien oder Tschechien von den Verantwortlichen in Berlin beobachtet.

Immer mehr Virus-Varianten in der Schweiz

Mehrere Experten melden auf Twitter, dass in der Schweiz immer mehr Virus-Mutationen nachgewiesen werden. Der Epidemiologe Christian Althaus geht davon aus, dass am 1. März 2021 in der Schweiz 82 Prozent aller Coronavirus-Infektionen von Varianten ausgelöst werden.

Tanja Stadler von der ETH-Zürich zeigt anhand einer auf Twitter veröffentlichten Grafik auf, wie der Anteil der Mutanten an den Infektionen in der Schweiz -und in anderen Ländern - angestiegen ist.

Die 14-Tage-Inzidenz liegt in der Schweiz derzeit bei 293 pro 100.000 Einwohner. Insgesamt sind bis zum 28. Januar 2021 laut Bundesamt für Gesundheit 8.647 Patientinnen und Patienten an oder mit Covid-19 gestorben.

In der kommenden Woche wollte das Robert Koch-Institut eine Studie zu den Virus-Varianten in Deutschland vorlegen. Bisher werden weniger als fünf Prozent aller Tests sequenziert, d.h. auf das Verhandensein von Mutationen untersucht. Auf der Pressekonferenz am Freitag sagte RKI-Chef Lothar Wieler, es komme nicht auf die Anzahl der Sequenzierungen an, sondern darauf, welche Proben analysiert werden.

In Großbritannien, Dänemark und wohl auch in der Schweiz werden mehr Coronavirus-Testproben auf die Mutanten untersucht als in Deutschland.