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Kampf gegen Covid: die Suche nach Mutanten

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Kampf gegen Covid: die Suche nach Mutanten
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Die genomische Sequenzierung neuer Varianten ist das neueste Kapitel in der Covid-Saga. Die Medizintechnik-Firma Oxford Nanopore hilft dabei, das Verfahren in den ärmsten Teilen der Welt einzusetzen. Euronews-UK-Korrespondent Tadhg Enright hat das Labor besucht. Laut den Wissenschaftlern hilft die Identifizierung neuer Stämme, die Entwicklung des Virus vorherzusagen.

Aufspüren neuer Covid-Mutationen hilft bei deren Bekämpfung

Die genomische Sequenzierung neuer Covid-Varianten ist die nächste Stufe im Kampf gegen das Virus. Denn gegen Mutationen könnten die Impfstoffe wirkungslos sein. Großbritannien ist bei der Suche nach Varianten ganz vorn dabei. Die erste, die dort identifiziert wurde, verbreitet sich über die ganze Welt. Das Aufspüren der neuen Varianten hilft bei deren Bekämpfung.

"Anfangs war es ziemlich schwer vorherzusagen, welche Mutationen wahrscheinlich auftreten würden", sagt Dr. Leila Luheshi, Direktorin Oxford Nanopore Technologies Ltd. "Das Tolle ist, dass wir jetzt wiederkehrende Muster erkennen, weil bereits so viele Sequenzen des Virus untersucht wurden. Viele Mutationen treten im Spike-Gen auf. Das ist sehr wichtig dafür, wie das Virus in unsere Zellen eindringt. Wir können das jetzt vorhersagen. Mit der Zeit werden immer mehr Mutationen in diesem Gen auftreten."

Aber hilft dieses Wissen, künftigen Varianten voraus zu sein, will der euronews-Reporter wissen. Die Wissenschaftlerin meint: "Mutationen in bestimmten Genen sind für eine Untersuchung besonders interessant. Aber auch die etablierte Methode, das gesamte Virus zu sequenzieren, bleibt wichtig. Denn diese Forschung macht es vielleicht möglich, Impfstoffe gegen verschiedene Teile des Virus zu entwickeln. Es wäre also fahrlässig, andere Sequenzteile zu vernachlässigen."

Die Kartierung der DNA

In dem Labor in Oxford ist man auf genomische Sequenzierung spezialisiert: die Kartierung der DNA. Die Wissenschaftler haben ein Werkzeug entwickelt, um diesen Prozess zu vereinfachen.

Normalerweise ist eine DNA-Analyse-Maschine etwa so groß wie ein Kühlschrank und kostet Hunderttausende Euro. Hier in Oxford hat man viel kleinere Geräte entwickelt, darunter dieses etwas handgroße. Es kostet rund 1000 Euro und kann an einen Computer angeschlossen werden.

Nur ein winziger Bruchteil der Covid-Fälle durchläuft diesen Prozess. Das erhöht das Risiko, dass neue Stämme unentdeckt bleiben oder zu spät entdeckt werden.

"Vorreiter bei der Sequenzierung vieler Fälle sind Dänemark, Holland und Großbritannien", so Dr. Gordon Sanghera, Geschäftsführer Oxford Nanopore Technologies Ltd. "In den vergangenen Wochen haben wir das Auftauchen neuer Stämme beobachtet. Das ist entscheidend, denn wenn wir einen "Impfstoff-Escape-Stamm" entdecken, können wir die Ausbreitung dieser besonders schädlichen Virus-Version eindämmen und stoppen."

Die kleineren Geräte könnten besonders nützlich in Teilen der Welt sein, in denen es keine Infrastruktur für die DNA-Sequenzierung gibt. In ärmeren Ländern müssen Menschen länger auf Impfstoffe warten - dort könnten die nächsten großen Risiken der Pandemie lauern.