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Boomende Landwirtschaft in Angola: Das Obst und Gemüse macht Lust auf mehr

Von Serge Rombi  & Damon Embling, Sabine Sans
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Boomende Landwirtschaft in Angola: Das Obst und Gemüse macht Lust auf mehr
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In Business Angola geht es dieses Mal um ein Unternehmen, das in wenigen Monaten, mitten in der Covid-Krise, eine riesige Farm mit internationalen Ambitionen geschaffen hat. Die Landwirtschaft boomt in Angola.

Die globale Pandemie hat viele Volkswirtschaften hart getroffen, aber in Angola blüht der Agrarsektor auf. Dort hat ein Unternehmen etwas Bemerkenswertes auf die Beine gestellt: Den Aufbau einer Farm mit Exportambitionen ins Ausland in nur wenigen Monaten und trotz der gesundheitlichen Herausforderungen.

Fruchtbares Land: ideal für die Landwirtschaft

"Willkommen. Wir sind in Porto Amboim an der Straße, die zur Kaundo-Farm führt, wo wir mehr als 500 Hektar Land gerodet haben und etwa 400 bereits in voller Produktion sind", erklärt João Macedo, Geschäftsführer Novagrolider. "Dieses Land hier ist eines der besten, das ich je gesehen habe. Anhand der Bodenanalysen haben wir festgestellt, dass es in Angola nichts Besseres gibt."

Das riesige Gebiet in der Provinz Kwanza Sul südlich von Luanda lag noch vor einem Jahr brach. Das angolanische Landwirtschaftsunternehmen Novagrolider erkannte das Potenzial dieser 10.000 Hektar großen Fläche: ein attraktives Mikroklima mit fruchtbaren Böden. Man investierte und baute innerhalb von sechs Monaten eine erntereife Farm auf. Und das während der weltweiten Pandemie. João Macedo:

"Die Coronakrise beeinträchtigte einige Dinge. Aber nicht in dem Maße, dass sie uns davon abhielt das zu tun, worauf wir uns gefreut haben. Wir haben bereits Melonen, Wassermelonen, Kürbisse und Tomaten geerntet. In Kürze werden wir auch Mangos und Trauben ernten. Wir werden hier noch viel mehr anbauen."

Angola stellt seine Wirtschaft breiter auf

Die kommerzielle Landwirtschaft ist ein wachsender Sektor, da Angola seine Wirtschaft breiter aufstellt. Die Pandemie trägt zu einem Anstieg der nationalen Produktion bei und federt auch die Schocks der Ölindustrie ab. Die neue Farm wurde von der lokalen Gemeinde schon lange erwartet.

"Mehr als 12 Unternehmer habe sich hier bereits versucht. Sie haben alle aufgegeben. Das Problem war der Zugang. Sie sahen unsere Wege und gaben auf. Bis eines Tages ein Geschäftsmann vom Himmel fiel und beschloss, eine richtige Straße zu bauen", erzählt Zefa Marimbi, kommunale Administratorin von Capolo, Port Amboim. "Die Leute sind aufgewacht und haben endlich erkannt, dass Porto Amboim existiert – dank der neuen Firma Novagrolider. Die jungen Leute haben jetzt schon Arbeit. Die Gemeinde verdient bereits etwas. Es gibt trockene Gebiete und dieses Unternehmen hat sich sehr bemüht, die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen."

Der Chef von Novagrolider baute eine neue 25 Kilometer lange Straße mit seinen privaten Firmenmitteln. Die Kaundo-Farm beschäftigt bereits rund 400 Menschen. Und es wird fleißig gesät, um weiterzuwachsen, auf 1500 Arbeiter. Das Potenzial sei riesig, sagt der Produktionsleiter, der schon in Brasiliens größter Fruchtexportregion gearbeitet hat.

"Heute ist Obst aus Angola noch unbekannt. Aber in naher Zukunft wird Angola dafür bekannt werden, denn die Früchte sind gut und entsprechen den internationalen Standards. Was noch fehlt, ist eine Erfolgsbilanz, Vetriebswege, Menschen, die angolanisches Obst kennen", so Aldenicio Lino. "Wer Obst aus Angola isst, kommt auf den Geschmack. Wir haben Rückmeldungen über soziale Netzwerke, Facebook und Instagram erhalten. Die Leute schicken ein Bild auf Whatsapp, um zu sagen, dass sie ein Stück Obst aus Angola gekauft haben."

Der Betrieb hat große Ambitionen, der Welt seine Produkte schmackhaft zu machen. Das Unternehmen dahinter beliefert bereits Portugal und Spanien - und peilt Märkte wie Namibia, Italien und Polen an, um den Export zu steigern.