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Militärdiktatur in Myanmar: 34 geflohene Polizist:innen berichten

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Militärdiktatur in Myanmar: 34 geflohene Polizist:innen berichten
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Die Menschen aus Myanmar fliehen vor der brutalen Protest-Niederschlagung der Militärjunta. Die Nachbarländer Indien und Thailand bereiten sich auf einen Zustrom von Flüchtlingen vor.

Bewohner:innen Yangons, sind am Freitag aus der größten Stadt Maymars gefohen, um der brutalen Protest-Niederschlagung der Militärjunta zu entkommen. Die Menschen würden in Scharen fliehen, berichten Menschenrechtsorganisationen. Nachbarland Thailand bereitet sich auf einen Zustrom von Flüchtlingen vor.

Am Freitag waren mindestens zwei weitere Demonstranten in einer kleinen Stadt im Nordosten Myanmars getötet, wie ein Angestellter eines Bestattungsunternehmens gegenüber der Nachrichtenagentur mitteilte. Seit dem Militärputsch am 1. Februar sind mehr als 200 Demonstranten getötet worden. Die Junta hatte zuletzt das Kriegsrecht über Yangon verhängt.

Polizist:innen sind nach in den indischen Bundesstaat Mizoram geflohen

Eine Gruppe von Polizist:innen ist in den indischen Bundesstaat Mizoram geflohen. Sie seien dazu gezwungen worden, auf Menschen zu schiessen, die sich der neuen Militärführung widersetzen. Die 34 ehemaligen Polizist:innen und Feuerwehrleute werden wohl nie wieder nach Hause zurückkehren zu können, sagen sie.

Einer von ihnen erklärte gegenüber Reportern: "Nach dem, was in Myanmar passiert ist, wurde uns befohlen, Leute zu erschießen. Nicht nur die Leute, wir sollten unsere eigene Familie erschießen, wenn sie nicht auf der Seite der Armee steht. Die Polizei steht unter dem Kommando der Armee von Myanmar. Wir können nicht auf unsere eigenen Leute schiessen, deshalb sind wir nach Mizoram gekommen."

Die Polizist:innen hoben den Drei-Finger-Gruß - ein Symbol des Widerstandes gegen Myanmars Militärherrscher - während sie mit den Reportern sprachen. Sie stellten die Bedingung, anonym zu bleiben, da sie Angst vor Vergeltung gegen Familienmitglieder haben, die sich noch in Myanmar aufhalten.

In Myanmar wird der Drei-Finger-Gruß, der seinen Ursprung in den Büchern und Filmen der Hunger Games von Suzanne Collins hat, von jungen Demonstranten verwendet.

Einer der Geflohenen sagte: "``Wir sind alle Polizisten, die unter der Regierung Myanmars arbeiten. Wir haben unsere Familie in Myanmar zurückgelassen. Wir wissen nicht, was mit unserer Familie geschieht, aber sie werden viele Probleme mit der Armee haben. Wir sind nach Mizoram gekommen, um Schutz zu suchen, wir werden sterben, wenn wir dorthin zurückgehen", sagte er.

``Wir können unsere Eltern aufgrund von Telekommunikationsproblemen nicht erreichen, aber was wir gehört haben, ist, dass sie große Angst haben, ihr Haus zu verlassen ... Ich hoffe, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden," fügte er hinzu.

Viele von ihnen verbringen ihre Zeit mit Fernsehen und Hausarbeit. Einige haben Mobiltelefone mitgenommen und versuchen, Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen, die sie zurücklassen mussten.

Indische Dorfbewohner in Mizoram haben den Geflohenen Unterschlupf gewährt. Der Bundesstaat Mizoram im Nordosten Indiens hat eine gemeinsame Grenze mit Bangladesch und Myanmar.