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"Keine geopolitischen Scheuklappen": Österreich verhandelt über Sputnik V-Lieferungen

Von Cornelia Trefflich mit dpa
Archiv: Der russische Präsident Wladimir Putin und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz beim Belt and Road Forum (BRF) in Peking, China, 27.04.2019
Archiv: Der russische Präsident Wladimir Putin und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz beim Belt and Road Forum (BRF) in Peking, China, 27.04.2019   -   Copyright  Alexei Nikolsky, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP
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Österreich und Russland verhandeln über Lieferungen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V an das Alpenland. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte: "Beim Impfstoff darf es keine geopolitischen Scheuklappen geben. [...] Das Einzige, was zählen darf, ist, ob der Impfstoff wirksam und sicher ist, nicht, woher er kommt."

Zusätzliche Impfdosen = frühere Rückkehr zur Normalität

Österreich will eine Million Dosen Sputnik V erwerben, davon sollen bereits 300.000 im April geliefert werden. Aus dem Kanzleramt hieß es, dass eine Kaufentscheidung noch nicht gefallen wäre. Kanzler Kurz argumentierte, dass zusätzliche Impfdosen eine frühere Rückkehr zur Normalität ermöglichten und auf diese Weise "viele Menschenleben sowie Arbeitsplätze" gerettet werden könnten.

Alle Möglichkeiten, um möglichst rasch an weitere Impfstoffe zu kommen, würden derzeit geprüft, wie Österreichs grüner Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärte. Allerdings stünde die Sicherheit und Wirksamkeit eines Präparats, das im Land eingesetzt werden soll, im Vordergrund.

Die Gespräche über die Sputnik V-Lieferungen an Österreich laufen seit Ende Februar. Seitdem verhandelt das Land mit dem Russian Direct Investment Fund (RDIF), der für internationale Vermarktung von Sputnik V zuständig ist.

Russland begrüßt die Verhandlungen mit Österreich. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums erklärte: "Zusammenarbeit auf Grundlage gegenseitigen Nutzens und gegenseitiger Achtung - das ist die Devise russischer Politik in Aktion".

EU lässt sich Zeit mit der Zulassung von Sputnik V

Der russische Impfstoff Sputnik V ist bislang noch nicht von der EU-Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Die EMA prüft derzeit im Rolling-Review-Verfahren den Impfstoff. Zuletzt hatte die Behörde angekündigt, dass Experten nach Russland reisen würden, im die dortigen Produktionsstätten zu begutachten.

Als erstes Land der europäischen Union hatte Ungarn Russlands Corona-Impfstoff eine Zulassung erteilt und wenig später mit den Impfungen begonnen. Die Slowakei hat ebenfalls 200.000 Dosen Sputnik V erhalten, sie aber wegen der ausstehenden EU-Genehmigung noch nicht eingesetzt.

Sputnik V ist inzwischen in mehr als 50 Ländern der Welt zugelassen.