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Das Saarland schwimmt gegen den Strom: Pandemie-Lockerungen auf Probe

Zwei Kunden einer Gaststätte in Saarbrücken
Zwei Kunden einer Gaststätte in Saarbrücken Copyright JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN/AFP or licensors
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Von euronews
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Ministerpräsident Tobias Hans ist von den Öffnungsmaßnahmen überzeugt. Wie werden die Öffnungsschritte von der Bevölkerung angenommen? Ein Blick nach Saarbrücken.

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Das Saarland hat seinen Selbstversuch begonnen: Aufhebung von Alltagseinschränkung und trotz steigender Ansteckungszahlen probeweise ein Schritt aus der Coronavirus-Pandemie heraus.

Grundlage des Saarländischen Modells ist das Testen im großen Stil. Wer sich im Außenbereich einer Gaststätte bedienen lassen möchte, muss ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 24 Stunden ist: Für manche so verlockend, dass selbst der Rückkehr des Winters getrotzt wird.

„Mal ein bisschen ausprobieren“

„Bei den Temperaturen sitzt man wahrscheinlich eh nicht so lange draußen, aber wir wollen es heute trotzdem mal ein bisschen ausprobieren“, sagt ein Mann in Saarbrücken. Eine Frau meint: „Ich freue mich auch, mal einen Kaffee noch mal trinken zu gehen. Irgendwie hat's einem auch gefehlt in der letzten Zeit. Es bringt ein Stück Normalität."

Aber nur so lange der Inzidenzwert unter 100 bleibt. Liegt dieser an drei Tagen in Folge über 100, sollen wieder Einschränkungen in Kraft treten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich ablehnend über den Versuch im Saarland geäußert, auch Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes ist dagegen.

„Auf keinen Fall der richtige Zeitpunkt für die Öffnung“

„Wir haben auch neben der britischen Variante auch die südafrikanische Variante in einem sehr hohen Maße hier im Saarland vorhanden“, so Lehr. „Und außerdem sehe ich die Notbremse als schwierig definiert, weil sie über die Auslastung des Gesundheitssystems definiert ist, und das ist nicht klar definiert. Und da steigen die Zahlen im Saarland im Moment auch schon stark an. Es ist also jetzt im Moment auf keinen Fall der richtige Zeitpunkt für die Öffnung“, sagt der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes.

„Mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken“

Es müsse einem nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen, als nur zu schließen und zu beschränken, verteidigte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans den Versuch, der neben Gaststätten unter anderem auch für Kultur- und Sporteinrichtungen gilt. In der Stadt Tübingen in Baden-Württemberg setzt man seit Wochen ebenfalls auf Lockerungen auf der Grundlage von Massentests - und hat mit zuletzt deutlich gestiegenen Ansteckungszahlen zu kämpfen.

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