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Gustavo Dudamels feuriger „Otello“ begeistert Barcelona

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Gustavo Dudamels feuriger „Otello“ begeistert Barcelona
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Eine enorme Herausforderung für einen Dirigenten: Verdis tragischer Otello - vom mitreißendem Sturm zu Beginn bis zum leisen "Ave Maria" am Ende. Gustavo Dudamel entlockt der faszinierenden Partitur alle Klangfarben. Der venezolanische Dirigent begeistert in Barcelona.

Das Gleichgewicht finden in einer mitreißenden Oper

Gustavo Dudamel lüftet die Geheimnisse einer epischen Partitur und eroberte das Publikum im Gran Teatre del Liceu in Barcelona im Sturm.

"Gleich diese ersten Takte der Oper sind so mitreißend, da gibt es fortissimo, tutta forza, Betonungen", sagt Gustavo Dudamel. "Da muss man ein Gleichgewicht finden. Wir durchleben das Drama eher mit Intensität als mit Schreien."

Der charismatische Maestro dirigiert Verdis letzte Tragödie "Otello", die auf dem gleichnamigen Shakespeare-Stück basiert. Tenor Gregory Kunde:

"Als ich hörte, dass er dirigieren wird, war ich begeistert. "Er hatte Ideen, die sich nicht in der Partitur finden, die Verdi so nicht komponiert hat, aber er hätte sie wahrscheinlich so geschrieben, wenn er gehört hätte, wie wir sie interpretieren."

Der Maestro erzählt, dass er jedes Mal, wenn er die Oper dirigiert, etwas Neues entdeckt: "Beim Dirigieren, beim Spiel da kommen einem die Ideen: Das braucht mehr Zeit oder das lässt man besser atmen ... all das kommt in dem Moment."

Ätherische Energie

Das innige "Ave Maria", das Desdemona singt, bevor sie von ihrem eifersüchtigen Ehemann Otello ermordet wird, gehört zu Gustavo Dudamels Lieblingsmomenten in der Oper: "Da gibt es diese schöne zarte Dolcissimo-Stelle. Für mich betet sie bereits im Himmel", meint er.

"Ich spüre die diese wunderbare ätherische Energie genau in dem Moment, in dem Desdemona betet", meint die Sopranistin Krassimira Stoyanova. "Gustavo Dudamel ist ein herrlicher Musiker, der mit den Leuten kommuniziert, er respektiert die Künstler."

Der Maestro beschreibt seine Arbeitsweise folgenderweise: "Ich höre viel zu. Ich habe eine Vorstellung, aber ich bin auch offen, ich höre immer genau hin und finde einen Weg, eine Verbindung aufzubauen. Ich liebe, was ich tue, und ich liebe es, das mit den Menschen zu teilen."

"Otello" wird bis zum 14. April am Gran Teatre del Liceu vor Publikum aufgeführt.