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Rassismus? Für Großbritannien gefallen, von Großbritannien vergessen

Von Andrea Büring
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Rassismus? Für Großbritannien gefallen, von Großbritannien vergessen
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In Großbritannien sind Hunderttausende afrikanischstämmige Soldaten während des Ersten Weltkriegs aus rassistischen Gründen gar nicht oder nicht angemessen beerdigt worden. Betroffen sind auch andere ethnische Minderheiten. Zu dem Ergebnis kommt ein nun veröffentlichter Bericht. Demnach wurden die Namen der Gefallenen nicht genannt, falls diese überhaupt bestattet wurden. Es könnte sich um bis zu 350.000 Soldaten handeln. Die Commonwealth War Graves Commission entschuldigte sich.

Was vor einem Jahrhundert passierte, war und ist noch immer falsch. Die Kommission versagte denen gegenüber, die unserem Land dienten, indem sie sich nicht an das Prinzip der Gleichbehandlung von Verstorbenen hielt. Das bereuen wir zutiefst.
Claire Horton
Direktorin, Commonwealth War Graves Commission

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace drückte vor dem Parlament sein Bedauern aus, die Vorfälle seien nicht zu entschuldigen.

Wallace erklärte:

Als die Imperial War Graves Commission ihre Arbeit aufnahm, gehörte zu ihren gundlegenden Prinzipien die Gleichbehandlung von Verstorbenen, unabhängig vom sozialen Rang, der religiösen Zugehörigkeit oder der militärischen Laufbahn der Person. Leider verdeutlicht der Bericht, dass das Prinzip nicht eingehalten wurde.

Der Grund, warum den betroffenen Soldaten keine letzte Ehre zu Teil wurde, seien Fehleinschätzungen der kolonialen Behödern oder Informationsmängel.

Die Commonwealth War Graves Commission wurde während des Ersten Weltkriegs gegründet. Sie ist verantwortlich für Gräber an 23.000 Orten in mehr als 150 Ländern und erinnert an 1,7 Millionen Gefallene.

Erst im vergangenen Monat kam ein von der Regierung in Auftrag gegebener Bericht zum Schluss, dass es zwar weiter Vorurteile, aber keinen systematischen Rassismus in Großbritannien gibt.