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Frankreich meldet drei neue Fälle der indischen Corona-Variante

Krankenhausangestellter passiert Personal-Fotowand im Bichat-Krankenhaus, AP-HP, in Paris, 22.04.2021
Krankenhausangestellter passiert Personal-Fotowand im Bichat-Krankenhaus, AP-HP, in Paris, 22.04.2021   -   Copyright  AP Photo/Lewis Joly
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Frankreich hat drei neue Fälle der indischen Variante registriert. Sie alle traten in der Region Nouvelle-Aquitaine auf. Ein Paar aus dem Département Lot-et-Garonne und ein Mann aus Bordeaux seien Träger der Variante, die zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra aufgetreten war. Das teilte die zuständige Gesundheitsbehörde der Region mit und sagte, die Situation sei "unter Kontrolle". Insgesamt erhöht sich die Zahl der Menschen in Frankreich, die Träger der indischen Variante des Corona-Virus sind, auf fünf.

Keiner der Patient:innen leide bislang unter einer schweren Form, sie alle seien Zuhause und zeigten nur geringe oder gar keine Symptome.

Situation unter Kontrolle?

Alle erfassten Fälle stehen in Zusammenhang mit Reiserückkehrer:innen aus Indien. Bei dem Paar aus Lot-et-Garonne war die Frau nach einer Reise aus Indien am 9. April positiv auf das Virus getestet worden, nachdem sie einige Symptome entwickelt hatte. Familie und Kontaktpersonen wurden daraufhin unter Quarantäne gestellt. Nun wurde auch der Ehemann der Frau als Träger der indischen Variante identifiziert, alle anderen Kontaktpersonen wurden negativ getestet.

Im zweiten Fall war ein Mann aus Bordeaux von einer Dienstreise aus Indien zurück gekehrt und zunächst negativ auf das Virus getestet worden. Ein zweiter Test, sieben Tage nach Rückkehr, fiel positiv aus. Die Analysen für zehn identifizierte Kontaktpersonen laufen noch.

Benoît Elleboode, Regionaldirektor der Gesundheitsbehörde, schloss nicht aus, dass "wir in den nächsten Tagen mehrere Fälle in Frankreich finden werden", versicherte aber, dass die Situation "unter Kontrolle" sei und die Fälle dieser Variante in Frankreich und in Europa begegrenzt" auftreten.

Am Donnerstag Abend hatte das französische Gesundheitsministerium neben der Frau aus Lot-et-Garonne auch noch zwei Fälle in der südöstlich gelegenen Region Bouches-du-Rhône bestätigt. Sie wurden nach ihrer Rückkehr aus Indien - am 19. bzw. 27. April - unter Quarantäne gestellt und während dieser Zeit positiv getestet.

Strenge Einreisebestimmungen in Frankreich

Frankreich hat Anfang des Monats seine Einreisebestimmungen für Reisende aus Indien verschärft. So dürfen nur französische Staatsangehörige und Menschen, die ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Frankreich haben, aus Indien einreisen. Für alle anderen muss ein triftiger Grund für den Besuch geltend gemacht werden. Nach der Ankunft gilt eine 10-tägige Quarantäne.

Zuvor waren bereits zwei Fälle der Variante auf der französischen Insel Guadeloupe entdeckt worden, die in Zusammenhang mit Reisenden standen.

Frankreich ist mit mehr als 103.000 Corona-Todesfällen eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa. Es befindet sich derzeit im dritten Lockdown, der ab kommenden Montag gelockert wird. Die Zahl der Neuinfektionen steigt seit Januar, nach dem Auftauchen der britischen Variante, wieder stark an.

Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag die schrittweise Lockerung der Beschränkungen angekündigt und wird am Freitagabend eine Ansprache an die Nation halten.

Indiens zweite Welle rollt über das Land

Die "indische" Variante B.1.617 wird auf dem Subkontinent für eine neue Welle von Infektionen und Todesfällen verantwortlich gemacht. Indien meldete in den vergangenen sieben Tagen durchschnittlich 350.000 Neuinfektionen pro Tag und überschritt Anfang der Woche die Marke von 200.000 COVID-19-Toten.

Die Variante hat mehrere Subformen mit unterschiedlichen Mutationen, von denen einige mit höherer Übertragbarkeit und geringerer Behandlungsresistenz in Verbindung gebracht wurden. Sie wurde inzwischen in mindestens 17 Ländern weltweit nachgewiesen, davon sieben in Europa, darunter Deutschland, die Schweiz, Belgien, die Niederlande, Irland und Großbritannien.

Großbritannien ist bei weitem am stärksten betroffen, denn dort wurden bis Donnerstag etwa 400 Fälle der Variante festgestellt.