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AstraZeneca plötzlich mit Strahlkraft: Jüngere lassen sich impfen

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Immer mehr verimpft: Astrazeneca
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Nach monatelangen Engpässen bei den von der EU bestellten Impfstoffen pendeln sich die täglichen Impfungen in Deutschland auf ein hohes Niveau ein: Bis zu 10 Personen werden durchschnittlich pro Sekunde geimpft. Anders ausgedrückt: Über 800.000 Dosen wurden am Freitag verabreicht.

Nach der aufgehobenen Priorisierung bei Astrazeneca-Impfungen am Donnerstag kommt auch das britische Vakzin immer mehr zum Einsatz: Erstimpfungstermine sind in vielen Impfzentren stark nachgefragt. In Schleswig-Holstein waren alle freigeschalteten Termine innerhalb von 40 Minuten ausgebucht. Auch in München waren alle Astrazeneca-Impfungen nach wenigen Stunden für die kommende Woche vollständig vergeben.

Rund 3000 Menschen kamen zur Freiburger Messe, viele bekamen keinen Termin mehr

Eine Impfaktion am Sonntagmorgen in der Freiburger Messe löste einen großen Ansturm aus. Alle 1.400 Dosen waren nach nicht einmal zehn Minuten vergeben. Eineinhalb tausend Menschen gingen leer aus. Auch in der größten Moschee in Köln kann sich jetzt jeder impfen lassen, der will. Am Samstag waren alle 2000 Termine schnell vergeben. Vor allem jüngere Menschen nutzen das neue Angebot.

Imagedelle für Astrazeneca

Das Image des britischen Präparats galt seit Ende März als beschädigt: Fälle von schweren Hirnvenenthrombosen bei geimpften Personen, vor allem bei jüngeren Frauen wurden bekannt. Bis heute sind es laut Paul-Ehrlich-Institut 67 Fälle.

Jens Spahns jüngste Pressekonferenz

Bis Donnerstag galt: Astrazeneca erst ab 60 Jahren, jetzt für alle

Gesundheitsminister Spahn setzte Astrazeneca daraufhin einige Tage aus. Die Europäische Arzneimittelagentur konnte jedoch keinen begründeten Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Nebenwirkungen und der Impfung feststellen. Seitdem hatte die ständige Impfkommission in Deutschland für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Am Donnerstag nun verkündete der Gesundheitsminister das Ende der Priorisierung für Astrazeneca. Jeder könne sich ab sofort impfen.

Das Paul-Ehrlich-Institut führt Studien zu Astrazeneca durch

Die Entscheidung, die Zweitimpfung mit dem Vakzin gleichzeitig von 12 auf 4 Wochen nach der Erstimpfung herabzusetzen, löste eine neue Debatte aus. Die ständige Impfkommission kritisierte die Empfehlung von Jens Spahn. Die Wirksamkeit des Präparats steige bei einer längeren Zeitspanne. Die vom Robert-Koch-Institut angegebenen 80 Prozent Wirksamkeit seien erst bei einem Abstand von mindestens 12 Wochen gegeben.

Neue Impfdosen von Astrazeneca?

Die EU hatte am Samstag einen neuen Vertrag mit Biontech abgeschlossen, der bis zu 1,8 Milliarden Dosen des Vakzins bis 2023 zusichert. Der bis Juni geltende Kaufvertrag mit Astrazeneca wird wohl eher nicht verlängert. Grund seien Lieferverzögerungen, so der EU-Binnenmarktkommissar.

Ursula von der Leyen zeigt sich erfreut über den Kaufvertrag der EU

Inzwischen haben rund 27 Millionen Personen in Deutschland mindestens eine Impfung erhalten, vollständig geimpft ist jeder Zehnte.