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Nach Covid-19 doch fürs ganze Leben immun? Studie macht Hoffnung

Leute in illinois nach Aufhebung der Maskenpflicht
Leute in illinois nach Aufhebung der Maskenpflicht   -   Copyright  Nam Y. Huh/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Eine neue Studie der Washington University School of Medicine in St. Louis, die die Fachzeitschrift NATURE veröffentlicht hat, macht Hoffnung. Das Forscherteam um Professor Ali Ellebedy hat herausgefunden, dass Menschen nach milden Covid-19-Erkrankungen noch viele Monate danach Antikörper in sich tragen. Diese Immunzellen könnten der Studie zufolge ein Leben lang bestehen bleiben und immer wieder Antikörper produzieren.

"Im verganenen Herbst gab es Berichte, dass die Antikörper nach einer Infektion mit dem Virus, das COVID-19 verursacht, schnell abklingen, und die Mainstream-Medien interpretierten das so, dass die Immunität nicht lange anhält", sagte der Ali Ellebedy, Professor für Pathologie, Immunologie und für molekulare Mikrobiologie in einer Mitteilung. "Aber das ist eine Fehlinterpretation der Daten. Es ist normal, dass die Antikörperspiegel nach einer akuten Infektion sinken, aber sie sinken nicht auf Null; sie erreichen ein Plateau. Hier fanden wir Antikörper-produzierende Zellen bei Menschen 11 Monate nach den ersten Symptomen. Diese Zellen leben und produzieren Antikörper für den Rest des Lebens. Das ist ein starker Beweis für eine lang anhaltende Immunität."

Das Forscherteam erklärt auch: "Während einer Virusinfektion vermehren sich die Antikörper produzierenden Immunzellen schnell und zirkulieren im Blut, was die Antikörperspiegel in die Höhe treibt. Sobald die Infektion abgeklungen ist, sterben die meisten dieser Zellen ab, und die Antikörperspiegel im Blut sinken. Eine kleine Population von Antikörper-produzierenden Zellen, die so genannten langlebigen Plasmazellen, wandern ins Knochenmark und siedeln sich dort an, wo sie kontinuierlich geringe Mengen an Antikörpern in den Blutkreislauf absondern, um sich vor einer erneuten Begegnung mit dem Virus zu schützen."

Der Schlüssel, um herauszufinden, ob COVID-19 zu einem lang anhaltenden Antikörperschutz führt, liegt im Knochenmark, erkannte Ellebedy.

Das Team hat bereits 77 Probandinnen und Probanden, die etwa einen Monat nach der Erstinfektion in dreimonatigen Abständen Blutproben abgegeben haben. Die meisten hatten leichte Fälle von COVID-19, nur sechs waren ins Krankenhaus eingeliefert worden.

7 bis 8 Monate nach der Erstinfektion wurde das Knochenmark von 18 der Teilnehmenden getestet. Fünf von ihnen kamen vier Monate später wieder und stellten eine zweite Knochenmarksprobe zur Verfügung. Zum Vergleich gewannen die Wissenschaftler auch Knochenmark von 11 Personen, die nie an COVID-19 erkrankt waren.

Wie erwartet, sanken die Antikörperspiegel im Blut der von COVID-19-Genesenen in den ersten Monaten nach der Infektion schnell ab und pendelten sich dann weitgehend ein, wobei einige Antikörper auch noch 11 Monate nach der Infektion nachweisbar waren. Außerdem enthielten 15 der 19 Knochenmarksproben von Personen, die an COVID-19 erkrankt waren, Antikörper produzierende Zellen, die spezifisch gegen das Virus gerichtet waren. Solche Zellen konnten noch vier Monate später bei den fünf Personen gefunden werden, die eine zweite Knochenmarksprobe abgaben. Keiner der 11 Menschen, die nie COVID-19 gehabt hatten, hatte solche Antikörper-produzierenden Zellen in ihrem Knochenmark.

Menschen, die infiziert waren und nie Symptome hatten, könnten ebenfalls eine lang anhaltende Immunität haben, spekulieren die Forscher. Aber es muss noch untersucht werden, ob diejenigen, die eine schwerere Infektion überstanden haben, gegen einen zukünftigen Krankheitsausbruch geschützt sind.

Defekte Immunantwort bei schweren Verläufen?

"Es könnte in beide Richtungen gehen", sagte Erstautor Jackson Turner, PhD, ein Dozent für Pathologie und Immunologie. "Entzündung spielt eine große Rolle bei schweren COVID-19, und zu viel Entzündung kann zu defekten Immunantworten führen. Andererseits ist der Grund, warum Menschen wirklich krank werden, oft, dass sie eine Menge Viren in ihrem Körper haben, und eine Menge Viren zu haben, kann zu einer guten Immunantwort führen. Es ist also nicht klar. Wir müssen die Studie bei Menschen mit mittelschweren bis schweren Infektionen wiederholen, um zu verstehen, ob sie wahrscheinlich vor einer Reinfektion geschützt sind."

Ellebedy und sein Team untersuchen nun, ob auch die Impfung langlebige Antikörper-produzierende Zellen induziert.