Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

ISS-Außeneinsatz im All: "Wie klettern in einer Rüstung"

Von Euronews mit dpa
Thomas Pesquet testet seinen Raumanzug mit den amerikanischen Astronauten Mark Vande Hei und Megan McArthur, an Bord der ISS
Thomas Pesquet testet seinen Raumanzug mit den amerikanischen Astronauten Mark Vande Hei und Megan McArthur, an Bord der ISS   -   Copyright  NASA   -   CC-BY-NC-ND 2.0
Schriftgrösse Aa Aa

Zwei Astronauten, die derzeit auf der Internationalen Raumstation ISS stationiert sind, hatten an diesem Mittwoch ihren ersten von zwei Weltraumspaziergängen. Ziel ist es, die Stromversorgung der ISS zu verbessern.

Wie ein Verantwortlicher der ESA in Toulouse erklärte, werden die Astronauten für den "Spaziergang" im All ausgewählt, die im Test die Reparaturarbeiten am besten durchgeführt haben. Dabei lernen die Raumfahrer fast jeden Handgriff auswendig.

Der Franzose Thomas Pesquet von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und sein US-amerikanischer Kollege Shane Kimbrough von der NASA wagen sich für 6 Stunden und 30 Minuten in das Weltall wagen. Die ESA und die NASA liefern den Weltraumspaziergang im Livestream.

Pesquet trägt einen Anzug mit roten Streifen und der französischen Trikolore, während Kimbroughs Anzug mit der US-Flagge geschmückt ist.

Der 43-jährige Franzose erzählt seit Jahren auf FRANCE INFO - auch in Nachrichtensendungen für Kinder - von seinen Missionen. Er sagt, die Arbeiten im All seien "der Traum im Traum", aber Pesquet vergleicht den Weltraumspaziergang - wegen des besonderen Weltraumanzugs - auch mit "Klettern im All". Man sie genauso abgesichert wie beim Klettern - und der Weltraumanzug fühle sich an wie eine Ritterrüstung.

Die NASA-Astronauten Megan McArthur und Mark Vande werden im Inneren der ISS bleiben und den langen Roboterarm bedienen, der Pesquet und Kimbrough zu ihren Einsatzorten bringen wird.

Sonnenkollektoren werden installiert

Das Ziel der Weltraumspaziergänge in dieser Woche ist es, die ersten zwei von sechs neuen Sonnenkollektoren (Systeme aus mehreren Solarpanels) zu installieren, um die Stromversorgung der Station zu erhöhen. Zwar funktionieren die alten Solarpanele noch, allerdings gelangen sie bald ans Ende ihrer 15-jährigen Lebensdauer.

Die neuen Sonnenkollektoren, die am 10. Juni in Position gebracht wurden, werden vor den aktuellen im Einsatz befindlichen Solarmodulen platziert, wodurch die Gesamtleistung der Station von 160 Kilowatt auf maximal 215 Kilowatt erhöht wird.

Die beiden Weltraumspaziergänge in dieser Woche sind der siebte und achte für Kimbrough und der dritte und vierte für Pesquet. Auch seine beiden ersten Weltraumspaziergänge hatte der Franzose zusammen mit Kimbrough durchgeführt.