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"Es ist eine Schande": Kanadas Premier Trudeau besucht Massengrab für indigene Kinder

"Es ist eine Schande, dass hier in Cowessess und im ganzen Land, Kinder wegen der Politik für Internate gestorben sind": Kanada müsse sich der Wahrheit stellen, so Premierminister Justin Trudeau am Dienstag in der Provinz Sasketchewan. Bei einer Zeremonie wurde der indigenen Gruppe der Cowessess erstmals das Recht zugebilligt, sich selbst um ihre hilfsbedürftigen Kinder und Familien zu kümmern. Cowesses-Chef Cadmus Delorme, Trudeau und Scott Moe, Regierungschef von Sasketchewan, unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen.

Die Politiker und Angehörige der Cowesses besuchten zudem ein vor Kurzem entdecktes Massengrab für indigene Kinder. Zuvor und auch danach wurden weitere Massengräber für Hunderte Kinder in der Provinz Britisch-Kolumbien gefunden. Sie befinden sich in der Nähe ehemaliger Internate für indigene Kinder.

In diesen "residential schools" waren vom 17. Jahrhundert bis in die 1990er Jahre von ihren Familien entrissene indigene Kinder untergebracht. Sie mussten dort die Traditionen der europäischen Kolonialisten lernen, um ihre eigenen Sprachen und Kulturen zu vergessen. Gewalt und sexueller Missbrauch gehörten zur Tagesordnung.