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Illegale Migration nach Litauen: EU entsendet Personal und Streifenwagen

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Von Euronews mit AP
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Demonstrierende am Donnerstag vor dem Regierungspalast in Vilnius
Demonstrierende am Donnerstag vor dem Regierungspalast in Vilnius   -   Copyright  Mindaugas Kulbis/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Die drastische Zunahme illegaler Migration von Belarus nach Litauen hat die EU-Kommission auf den Plan gerufen. Zuletzt wurden innerhalb von 24 Stunden Grenzübertritte von 118 Menschen in Litauen registriert.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson wird am Sonntag zu Krisengesprächen in das Land reisen. Sie appellierte bereits im Vorfeld an die Mitgliedstaaten, Litauen zu unterstützen.

Die EU könne nicht mehr akzeptieren, dass Drittstaaaten versuchten, "illegale Migration" anzustiften oder zu dulden.

Nach Grenzübertritten sind im laufenden Jahr bereits über 3.100 Menschen in Litauen aufgegriffen worden. Viele von ihnen stammen aus dem Irak. Die Grenze zu Litauen hat eine Länge von über 680 Kilometern.

In Zusammenhang mit dem Zustrom von Menschen aus dem Irak nach Litauen schaltete sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstag mit dem irakischen Außenminister kurz. Man zähle auf die irakische Unterstützung, schrieb Borrell auf Twitter nach einem "guten Gespräch".

Zur Unterstützung der litauischen Grenzschützer hat die EU-Grenzschutzbehörde Frontex 35 Mitarbeitende nach Litauen und vier weitere nach Lettland entsandt. Auch Frontex-Autos trafen bereits in Litauen ein.

In Grenzregionen haben zuletzt viele Litauerinnen und Litauer gegen die Einrichtung von Erstaufnahmeeinrichtungen und teilweise auch gegen Migration in ihr Land protestiert.

Der belarussische Präsident hatte als Reaktion auf neue EU-Sanktionen gegen sein Land angekündigt, Menschen aus Kriegsgebieten passieren zu lassen.

Kroatien: Gefahr durch Minenfelder

Viele andere Migrantinnen und Migranten versuchen über den Balkan nach Westeuropa zu gelangen und nutzen dabei Schlepperbanden.

Heikel ist die Lage im Grenzgebiet zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien, weil dort noch viele Minenfelder aus Kriegszeiten existieren. Diese Gebiete werden nicht überwacht und deshalb oft für Grenzübertritte genutzt.

Zuletzt kam bei der Explosion einer Mine ein Mensch ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt.

Norwegen: Engagement für Bleiberecht

Eine Welle der Solidarität erlebte Mustafa Hasan in Norwegen. Der 21-jährige Migrant sollte nach 15 Jahren Aufenthalt abgeschoben werden, weil seine Mutter bei der Antragstellung offenbar falsche Angaben über seine Herkunft gemacht hatte.

In Sozialen Medien bildeten sich Unterstützergruppen für Hasan, die ihn auf seinem Weg durch die Instanzen begleiteten. Schließlich entschied ein Bezirksgericht in Oslo, dass Hasans Abschiebung ausgesetzt wird und er eine zweite Chance auf eine Aufenthaltsgenehmigung erhält.

Seine Mutter und zwei ältere Brüder mussten Norwegen bereits verlassen.