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Ein Jahr nach der Explosion in Beirut: Offene Wunden und neue Geberkonferenz

Die Aufräumarbeiten in Beirut sind vor allem am Explosionsort im Hafen noch nicht beendet
Die Aufräumarbeiten in Beirut sind vor allem am Explosionsort im Hafen noch nicht beendet Copyright STR/AFP
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Von Euronews mit AFP, AP
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Ein Jahr nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut hat sich das Leid der Zivilbevölkerung noch nicht entscheidend verringert. Die meisten Opfer fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen.

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Die verheerende Explosion von Beirut, bei der mehr als 200 Menschen ums Leben kamen und ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht wurden, jährt sich an diesem Mittwoch zum ersten Mal.

Nach der Explosion, die vor allem das gesamte Hafengebiet verwüstete, wurden zunächst rund 300.000 Menschen obdachlos.

Nicht alle von ihnen konnten umziehen oder die Schäden an ihren Häusern beheben. Viele sind gezwungen, in Ruinen oder beschädigten Gebäuden zu leben.

Die libanesische Regierung hat sich bei der Krisenbewältigung stark auf Nichtregierungsorganisationen, die Zivilgesellschaft und den Privatsektor gestützt. Bislang sind jedoch nur etwa die Hälfte der rund 77.000 beschädigten Gebäude instand gesetzt worden.

Es wird geschätzt, dass weiterhin Tausende von Menschen in der Stadt obdachlos sind. Und die sich verschärfende Wirtschaftskrise erschwert es vielen, eine neue Unterkunft zu finden.

Neuer Regierungschef "kann keine Wunder vollbringen"

Ende Juli wurde nach einem Machtkampf der Milliardär Najib Mikati zum neuen Regierungschef gekürt. Er rief das Land zur Einheit auf, warnte aber auch, dass er allein keine Wunder vollbringen könne, da sich der Libanon immer noch in einer "sehr schwierigen Situation" befinde.

Bereits vor der Explosion jhatte der Libanon mit Korruptionsvorwürfen, finanziellen und politischen Problemen zu kämpfen.

Danach mussten humanitäre Organisationen einspringen und das Nötigste bereitstellen, darunter auch Bargeld, um einigen Menschen zu helfen, die explodierenden Lebensmittelpreise zu bezahlen.

Kritik von Amnesty International

Lynn Maalouf, stellvertretende Direktorin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International, hat die Reaktion der libanesischen Regierung auf die Katastrophe kritisiert und erklärt, dass einige Beamte "die Justiz schamlos blockiert und auf Schritt und Tritt behindert" hätten.

Nach einer vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron veranstalteten Videokonferenz sagten Staats-und Regierungschefs rund 250 Millionen Euro Hilfsgelder für Beirut zu.

Nun wird Frankreich anlässlich des ersten Jahrestages der Explosion eine neue Geberkonferenz ausrichten. In der Hoffnung, den Menschen, die in den vergangenen 12 Monaten gelitten haben, zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

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