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Warum erkranken Kinder seltener an Covid-19?

"Sonnenschule" in Beckum, 6.7.2021
"Sonnenschule" in Beckum, 6.7.2021 Copyright INA FASSBENDER/AFP or licensors
Copyright INA FASSBENDER/AFP or licensors
Von Euronews mit Standard, Deutsches Ärzteblatt, Nature Biotechnology
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Auf den richtigen Riecher kommt es an: Einer neuen Studie zufolge reagieren Zellen in Kindernasen besser und schneller auf das Eindringen von Viren als in älteren Nasen.

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Nasenschleimhäute von Kindern sind sehr leistungsstark - das dürften viele Eltern bestätigen. Dass diese jedoch einen entscheidenen Einfluss haben könnten, warum das Immunsystem von Kindern wirksamer auf das Coronavirus reagiert, hat eine aktuelle Untersuchung von Forschenden aus Heidelberg und Berlin herausgefunden.

Das kindliche Immunsystem dürfte demnach in den oberen Atemwegen wesentlich stärker aktiv sein als bei älteren Menschen. Deshalb seien die Zellen der oberen Atemwege bereits in erhöhter Alarmbereitschaft und könnten das Virus schneller bekämpfen, noch bevor es sich vermehrt - nach Meinung der Gesundheitsexpert:innen der Grund, warum Kinder seltener und schwächer an Covid-19 erkranken.

Rotznasen in Höchstform

Um die unterschiedlichen Reaktionen zu untersuchen, entnahm das Forscherteam Nasenabstriche von 45 Patienten, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, unter ihnen 24 Kinder und 21 Erwachsene.

Die Ergebnisse wurden mit Proben aus einer Kontrollgruppe von 42 gesunden Personen verglichen, die negativ auf Sars-CoV-2 getestet wurden, unter ihnen 18 Kinder und 23 Erwachsene. Insgesamt wurden für diese Studie 268.745 Zellen von 42 Kindern und 44 Erwachsenen analysiert.

Zellen in erhöhter Alarmbereitschaft

Das Ergebnis: Kinder haben höhere Ausgangswerte bestimmter sogenannter RNA-Rezeptoren in den Epithel- und Immunzellen ihrer Nasen, die für den Nachweis von Sars-CoV-2 relevant sind. Daher reagiert ihr Immunsystem früher und stärker auf eine Sars-CoV-2-Infektion als das von Erwachsenen.

Reaktionen und Schlussfolgerungen

Das Forscherteam schlug eine klinische Studie vor, bei der untersucht wird, ob Risikopatienten durch ein Nasenspray mit Interferon besser geschützt werden können. Auf diese Weise würde sich womöglich ein Immunschutz im Nasenbereich aufbauen lassen.

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